Login
Produktion und Förderung

Hofreport: Vom Acker des Eichhofs

von , am
17.05.2012

In der zweiten Folge unseres Hofreports geht es mit dem MB Trac auf die Felder ringsum Alzey. Bei den Zuckerrüben steht die letzte Pflanzenschutzmaßnahme an. Die jungen Sojapflanzen zeigen Fraßspuren.

Erhard Kunz bewirtschaftet insgesamt 120 Hektar Ackerfläche mit verschiedensten Früchten: Zuckerrüben, Weizen, Gerste, Raps und dieses Jahr auch Soja im Versuch. Seine Felder liegen ziemlich verstreut im Landkreis Alzey, denn Ackerland ist knapp in dieser Gegend. Die Erneuerbare Energiegewinnung hat ihren Anteil daran. In unserer zweiten Folge sehen wir uns den Stand der Kulturen genauer an. Bei den Zuckerrüben stand die letzte Pflanzenschutzmaßnahme und eine Bestandszählung an. Außerdem haben wir uns den Feldaufgang der Sojabohnen angesehen. Für Landwirt Kunz stellt der Sojaanbau eine neue Herausforderung dar. Aus Neugier schaut er alle paar Tage nach dem Rechten.

Zuckerrüben: „Ein sehr guter Feldaufgang“

Auf 20 Hektar baut Erhard Kunz die nematodentolerante Rübensorte Adriana an. Vergangene Woche hat er die letzte der drei Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt. Erhard Kunz ist Vertrauensmann der Zuckerrübenfabrik Offstein, fungiert als Mittelsmann und Ansprechpartner für die umliegenden Zuckerrübenbauern. Außerdem nimmt er an Anbauprüfungen wie Bestandszählung, Proberodung und Monitoring für Blattkrankheiten teil. Die Ergebnisse dieser Prüfungen werden auf dem Zuckerrübenportal von Südzucker veröffentlicht, so können sich die Anbauer über den Status in ihrer Region informieren.
 
Kunz muss dafür eine Zählung bei zehn unterschiedlichen Feldern durchführen. Letzte Woche zählte er zum ersten Mal und das Ergebnis kann sich sehen lassen: im Schnitt 90.000 Pflanzen von 100.000 gesäten. Die Proberodung findet im August statt und soll Südzucker und den Bauern Aufschluss über die Endertragsmenge geben. Für das Blattkrankheiten-Monitoring wird er ab Mitte Juli wöchentlich eine Blattprobe nehmen und diese nach Krankheiten wie Rost, Mehltau und Cercospora untersuchen.
 

Soja: garantiert Gentechnik-frei

Einen Hektar Soja baut Kunz dieses Jahr zum ersten Mal an. Mitte April hat Kunz pro Einheit 170.000 Körner gesät. Das Saatgut hat er zuvor mit speziellen Bakterien gebeizt, denn Sojabohnen benötigen die sogenannten Knöllchenbakterien an der Wurzel, um Stickstoff aus der Luft zu binden. Das Gute ist: die Bohnen müssen nicht gedüngt werden.
 
Seit ein paar Tagen entwickeln die Pflänzchen Laubblätter. Der Landwirt ist auch hier zufrieden mit dem Feldaufgang. Die Keimblätter sind jedoch fast alle abgefressen - hier waren Schnecken am Werk. Kunz erwartet sich jedoch keine großen Erträge. Die klimatischen Bedingungen sind für die Sojabohne in der Region nicht ideal. Sie hat einen hohen Wärmebedarf, verträgt aber keinen Trockenstress. Vor allem im Juli und Juni hat sie einen hohen Wasserbedarf, was in der Trockenregion Rheinhessen ein Problem sein könnte.
 
Aber Kunze baut Soja nicht aus Ertragsgründen an: er will es für sein Hühnerfutter produzieren, um nicht auf importierte Ware angewiesen zu sein. Denn Importsoja ist zum Großteil gentechnisch verändert. Er ist der Überzeugung, dass die Nachfrage nach gentechnikfreien Lebensmitteln in Deutschland noch steigen wird. Und damit er seinen Kunden garantieren kann, dass das Hühnerfutter zu 100 Prozent GV-frei ist, versucht er es mit dem Eigenanbau.

Getreide: Weizen und Sommergerste

Aufgrund der starken Auswinterung hat Kunz dieses Jahr 15 Hektar weniger Weizen. Aber der übrige Bestand der Sorte Asano hat sich gut entwickelt und ist gesund. Kunz hat früh Stickstoff gedüngt, um die Bestockung anzuregen. Jetzt ist er fast schon zu dicht für seinen Geschmack, denn Kunz ist ein Verfechter der Dünnsaat. Gesät hat er 300 Körner pro Quadratmeter. Auf dem Umbruch hat Kunz die Sommergerstensorte Marthe nachgesät. Auch die Gerstenbestände stehen gut da. Aus der Sommergerste soll Malz für die Bierproduktion hergestellt werden.

Raps und Distel

Der Raps ist bereits in der Abblüte, die Seitentriebe blühen jetzt noch. In der Region blüht der Raps bereits seit vier Wochen. Kunz geht davon aus, dass er noch vierzehn weitere Tage blüht. Im Gegensatz zum letzten Jahr mit dem zu warmen Frühling, ist die Ertragsperspektive dieses Jahr gut.
Die Färberdisteln lassen sich leicht kultvieren und benötigen kaum Pflege. Anfang Juli, wenn die Disteln ihre Blüten öffnen, werden wir mit der Kamera dort sein.
 

Hofreport - Folge 1: Der Eichhof im Fokus

 
Auch interessant