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Produktion und Förderung

Hofreport: Der Eichhof im Fokus

von , am
16.04.2012

Mitten im Trockengebiet Rheinhessen liegt der Eichhof, ein Legehennenbetrieb mit 120 Hektar Ackerfläche und eigenem Hofladen. agrarheute.com berichtet ab heute regelmäßig vom Familienbetrieb Eichhof.

 
Für unsere Videoreihe "Hofreport" haben wir als Erstes den Eichhof im Landkreis Alzey-Worms in Rheinhessen besucht. Seit 1987 bewirtschaftet der 48-jährige Landwirt Erhard Kunze, zusammen mit seiner Frau und seinen drei Kindern, den Hof. Kernstück des Betriebs ist der Legehennen-Stall mit etwa 1.000 Tieren. Im Sommer hält Kunze die Hennen im Freiland, während der Wintermonate bleiben die Tiere im Stall. Die Eier vermarktet der Landwirt direkt an den Verbraucher, denn seit 1991 betreibt er zusammen mit seiner Frau einen eigenen Hofladen. Das Hühner-Futter produziert Kunze zu zwei Drittel selbst.
 
Mit 60 Hektar ist der Weizen seine Hauptkultur. Außerdem baut Erhard Kunze 18 Hektar Sommergerste, 20 Hektar Zuckerrüben, 15 Hektar Raps und einen knappen Hektar Färberdistel an. Dieses Jahr kultiviert Erhard Kunze zum ersten Mal auch Sojabohnen, um seinen Kunden zu garantieren, dass das Hühnerfutter hundertprozent gentechnikfrei ist. "Der Kunde wünscht das und als Direktvermarkter muss man das berücksichtigen", so Kunze. Er selbst sei nicht prinzipiell gegen den Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen.

Der Hofladen ist das Standbein

Der Hofladen ist die Haupteinkommensquelle für die Kunzes und hat auch das höchste Wachstum. Der Umsatz ist in den letzten Jahren konstant zehn Prozent pro Jahr gewachsen. Obwohl der Hof etwas abgelegen ist, wird der Eichhofladen mittlerweile gut besucht. Pro Woche kaufen zirka 140 Kunden im Eichhofladen ein, die hauptsächlich aus der näheren Umgebung kommen. Die nächste Stadt mit zirka 18.000 Einwohnern liegt zwei Kilometer entfernt.
 
Die Kernprodukte aus Eigenherstellung sind Eier und kaltgepresste Öle aus Raps und Distel. Einige Auszeichnungen haben Sie in der Vergangenheit für ihr Rapsöl erhalten. In den letzten Jahren haben sie bei keinen Prämierungen teilgenommen, da die Teilnahme auch Geld kostet. Den Hofladen zieren jedoch zahlreiche Zeitungsartikel. Der Laden scheint bekannt und beliebt. Darüber hinaus bieten Sie Eierlikör, Eiernudeln, saisonales Gemüse und Obst. Im Winter wird zugekauft, im Sommer kommt es teilweise aus Eigenanbau.
 
"Mit dem Direktvertrieb wollten wir anständige Preise erzielen. Lieber kleiner und qualitativ, als für einen anonymen Markt produzieren." Sie wollten keine Knebelverträge, so der Landwirt. Auch der Vertriebsweg über die Vereinigung Landmarkt, bei der Supermarktketten regionale Produkte anbieten, sei für sie keine Alternative. Denn damit seien schließlich wieder Zusatzkosten verbunden, wie für die Erstellung eines Strichcodelabels oder Transportkosten. Damit seien die Preise nicht zu halten.

Lebensmittel aus Eigenherstellung

Neben Eiern und Eierprodukten, wie Nudeln und Eierlikör, stellen die Kunzes kaltgepresstes Öl her. Dafür baut der Bauer die Rapssorte Holli an, denn das Öl dieser Pflanze ist hitzebeständiger. Die Investition in eine Ölpresse habe sich schnell gerechnet. Innerhalb von zwei Jahren waren die Investitionskosten amortisiert. Aus den Samen der Färberdistel presst Kunze Distelöl, das bei den Kunden sehr beliebt ist. "Die Distel ist eine großartige Frucht, die sich leicht kultivieren lässt, gerade in Gebieten, die von Trockenheit gekennzeichnet sind", so Kunze.

Aussichten für das kommende Jahr

Der Landwirt Kunze hat dieses Jahr ganze zwölf Hektar Weizen aufgrund von Auswinterungsschäden verloren. Die Hanglagen waren so stark betroffen, dass er nicht einmal umbrechen musste. Als Folgefrucht hat er Sommergerste gepflanzt. Sie mache sich laut Kunze in dieser Region immer ganz gut. Grundsätzlich sei die Region Rheinhessen relativ trocken. Wie im letzten Jahr, ist auch dieses Jahr bisher zu wenig Niederschlag gefallen. Aber Kunze baut eine große Vielfalt von Früchten an und ist somit gegen zu große Ausfälle abgesichert. Letztes Jahr beispielsweise hat die Zuckerrübe den Verlust beim Getreide gut kompensiert.
 
Auch dieses Jahr nimmt der Bauer Kunze wieder am Monitoring für Blattkrankheiten bei Zuckerrüben teil. Dafür nimmt er wöchentlich eine Probe, die dann nach Krankheiten wie Rost, Mehltau und Cercospora untersucht wird. Außerdem plant der Landwirt im Laufe des Jahres einen zweiten Hühner-Stall zu bauen.
 
agrarheute.com wird den Eichhof dieses Jahr mit der Kamera begleiten und regelmäßig von den Entwicklungen im Betrieb berichten. Wir sind gespannt, wie sich die verschiedenen Kulturen und vor allem der Sojaanbau macht, der dieses Jahr bei den Kunzes im Versuch ist.

Hier gehts zum Betriebsspiegel des Eichhofs ...

Weitere Informationen zum Eichhof finden Sie auf der Webseite des Betriebs ...

Betriebsspiegel Eichhof


Der Eichhof mit insgesamt 120 Hektar Ackerfläche und 1.000 Legehennen liegt im Landkreis Alzey-Worms. Ein Großteil der landwirtschaftlichen Erzeugnisse wird direkt über den eigenen Hofladen vermarktet.


Betrieb
Erhard und Monika Kunz
Eichhof
55232 Alzey
 
Geographie
Jahresniederschlag : 480 mm
Durchschnittstemperatur: 9,8 Celsius
Höhenlage: 180 - 270 m über NN
Betrieb: 215 m über NN
 
Struktur
insgesamt 120 ha Ackerbau
65 ha Weizen
15 ha Raps
18 ha Sommergerste
20 ha Zuckerrüben
0,75 ha Färberdistel
1 ha Sojabohnen
 
Sonstiges
1000 Legehennen in Freilandhaltung mit angegliedertem Hofladen mit Direktvermarktung
Ölherstellung aus Raps und Disteln
 
Arbeitskräfte
Betriebsleiter 1,0 Ak
Ehefrau 0,75 Ak
Aushilfen (Kinder) 0,3 Ak
 
Maschinenbesatz
Schlepper 140 PS
Schlepper 85 PS zur Pflege
Mähdrescher 330 PS mit 6,6 m Schneidwerk
Pflug, Scheibenegge, Spritze, Düngerstreuer.
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