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Produktion und Förderung

Hofreport: Erntestart im Süden Sachsen-Anhalts

von , am
22.07.2013

Erntestart in Kleineichstädt. Auf den Flächen der Agrargenossenschaft Weißenschirmbach e. G. im Süden Sachsen-Anhalts kommt in diesen Tagen die Wintergerste vom Feld.


Mit 168 Hektar nimmt sie rund ein Zehntel der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Betriebes ein. Heinz Schulze, Leiter der Pflanzenproduktion kontrollierte am Freitagvormittag noch einmal die Druschfähigkeit der Gerstenbestände. Diese war mit einer Feuchte von 14,6 an einigen Stellen noch zu hoch. In Absprache mit Betriebsleiter Norbert Münch ging es dann am frühen Nachmittag los. Durch die drei betriebseigenen Mähdrescher ist eine hohe Schlagkraft bei der Ernte gesichert. Die ersten fünfzehn Tonnen wurden in einen Trocknungskipper geladen, um den Körnern durch die Abwärme der zum Unternehmensverbund gehörenden Biogasanlage Feuchte zu entziehen.
 
In normalen Jahren kommen bei der Wintergerste zwischen 75 und 85 dt/ha, beim Weizen zwischen 70 und 80 dt/ha vom Feld. Gerade beim Winterweizen sieht es momentan aber eher nach einem schlechteren Jahrgang aus. Erst der lange Winter, dann der viele Regen im Juni, im Anschluss Trockenheit.

Glimpflich durch die Flut gekommen

Wo der Regen jetzt fehlt, war er im Juni zuviel da. Sachsen-Anhalt war von dem Hochwasser am stärksten betroffen. Die Agrargenossenschaft Weißenschirmbach kam glimpflich davon. Betroffen waren 45 Hektar Wiesen auf Überschwemmungsflächen der Unstrut. Acht Hektar davon sind komplett abgestorben, auf den anderen Flächen wird der zweite Schnitt verarbeitet. Münch will das Heu erst beproben um dann über die weitere Verwendung zu entscheiden. Die Alternativen heißen Kuhstall oder Biogasanlage.

Biogas-Abwärme versorgt das ganze Dorf

Während in Deutschland noch über die Energiewende diskutiert wird, haben sie die Kleineichstädter schon hinter sich. 52 Haushalte nutzen die Abwärme der zwei 500 kW-Biogasanlagen der Kleineichstädter Agrar GmbH. Die 52 Genossen gründeten 2010 die Biowärmeversorgung Kleineichstädt e. G., kümmerten sich in Eigenregie um die Finanzierung und den Bau des Ortswärmenetzes und beziehen heute ihre Wärme quasi ums Eck.
 
Gefüttert werden die Anlagen vorrangig mit Abfällen der 500 Milchkühe und 80.000 Legehühner des Unternehmensverbundes. Ergänzt wird der Speiseplan der Biogasanlagen durch schlechtere Silomaispartien oder auch mit nicht mehr zu Tierfutter taugendem Getreide. Nur zehn bis 20 Prozent werden mit futtergeeignetem Silomais beschickt.
Sehen sie beim nächsten Hofreport von der Agrargenossenschaft Weißenschirmbach in zwei Wochen, wie die Weizenernte auf dem 1.600 Hektar Betrieb abläuft.  
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