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Produktion und Förderung

Hofreport: Soja im Versuch missglückt?

von , am
17.07.2012

Landwirt Kunz möchte den Eiweißbedarf seiner Hühner mit Soja aus Eigenanbau decken. Aber der erste Anbauversuch ist ernüchternd. Dafür versprechen die Färberdisteln einen sehr guten Ertrag.

 
Die Äcker von Landwirt Erhard Kunz befinden sich im Landkreis Alzey-Worms. Auffallend viele Windräder zieren die Region. "Der Flächenverbrauch durch die Windräder ist enorm, plus der Ausgleichsfläche, die dazukommt", so Kunz. Aufgrund des verstärkten Ausbaus von Windkraft im Landkreis seien die Pachtpreise stark in die Höhe gegangen, bedauert der Landwirt. Seine Felder präsentieren sich gut - mit einer Ausnahme: die Sojabohnen. Es ist das erste Mal, dass Kunz Soja anbaut. Die Färberdisteln stehen kurz vor der Blüte. Die Zuckerrüben zeigen erste Krankheitsanzeichen.

Kunz enttäuscht von Sojabestand

Der Anbau von Sojabohnen in unseren Breiten ist eine Herausforderung. Landwirt Kunz versucht sich nichts desto trotz an der Pflanze, denn als Direktvermarkter will er seinen Kunden gentechnikfreies Futter garantieren. Doch es gab Momente, da hätte er am liebsten den Versuchsschlag um gebrochen. Anfangs machten sich Schnecken an den jungen Pflanzen, jetzt vergreifen sich die Hasen an Kunzes Sojabohnen. Ganze Triebe fehlen. Zudem ist der Bestand recht lückig und durchzogen von Unkäutern. Die Blüten sind sehr klein, aber es bilden sich nach und nach Bohnen. Kunz hat eine frühe Reifegruppe gesät, aber die Gefahr bleibt, dass die Sojapflanze zu lange grün bleibt. Möglicherweise wird Kunz noch eine Spritzung zur Sikkation durchführen. Die Ernte ist für Mitte September geplant.

Färberdistel verspricht gute Erträge

Die großen Blütenköpfe der Färberdisteln versprechen einen guten Ertrag. © kkrenn/agrarheute
Vor einigen Jahren versuchte sich Kunz an der Färberdistel und war begeistert von der anspruchslosen und pflegeleichten Pflanze. Das kaltgepresste Öl der Färberdistel ist mittlerweile ein Verkaufsschlager in seinem Hofladen. Im zeitigen Frühjahr hat er 120 Körner pro Quadratmeter gesät. Jetzt stehen die Disteln kurz vor der Blüte. Etwa vier Wochen nach der Blüte kann geerntet werden. Die großen Blütenköpfe versprechen aktuell einen guten Ertrag, stellt Kunz zufrieden fest. Für die Kultur nimmt Kunz gerne Felder, die zu sanieren sind, denn die Pflanze lockert mit ihren tiefen Wurzeln den Boden auf und unterdrückt Unkraut sehr gut. Pflanzenschutzmaßnahmen sind keine notwendig. Sie gedeiht laut Kunz sehr gut auf kalkhaltigen Böden und braucht wenig Wasser.

Zuckerrüben: Erste Anzeichen von Cerospora

Erhard Kunz führt seit einigen Wochen das Blattmonitoring auf zwei seiner Zuckerrübenschläge durch. Jede Woche untersucht er 100 Blätter auf Blattkrankheiten. Bisher waren seine Bestände befallsfrei. Letzte Woche zeigten sich erste Anzeichen von Cercospora. Laut Kunz wird möglicherweise bald eine Behandlung notwendig. Südzucker veröffentlicht die Ergebnisse der Monitoring-Maßnahmen auf seinem Portal und bietet einen regionalen Blattkrankheiten-Warndienst.
 
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