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Produktion und Förderung

Hofreport: Nach Weihnachten ist vor Ostern

von , am
26.12.2012

Zum letzten Mal besuchte agrarheute.com Erhard Kunz in Rheinhessen. Der Direktvermarkter hat rund um die Weihnachtszeit alle Hände voll zu tun. Außer beim Soja zog der Landwirt eine positive Jahresbilanz.

 
Das Jahr neigt sich dem Ende zu und mit den Feiertagen steigt auch der Kundenansturm auf den Eichhofer Laden. Es ist ein reges Kommen und Gehen auf dem Parkplatz vor der Scheune. In der Plätzchenbackzeit steigt die Nachfrage nach Eiern rasant. Deshalb hat Landwirt Kunz bereits im August neue Hennen eingestallt, die jetzt um die Weihnachtszeit ihren Legehöhepunkt haben und fleißig Eier legen. Und weil nach Weihnachten, praktisch schon wieder Ostern vor der Tür steht, hat Kunz vor wenigen Tagen wieder einen Schwung Junghennen gekauft. Im Sommer, wenn die Nachfrage nach Eiern nachlässt, produzieren die Kunzes ihren Eierlikör, der sich jetzt an Weihnachten am besten verkauft.
 

Der Landwirt zieht eine positive Bilanz

Insgesamt kann Landwirt Kunz auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Zwar musste Kunz aufgrund von Auswinterungsschäden beim Weizen einige Verluste verbuchen, doch die guten Erträge der verschonten Flächen konnten diese wieder wettmachen. Auch die Rapserträge waren zufriedenstellend. Vor allem die hohen Ölgehalte von durchschnittlich 44 Prozent waren erfreulich, die nochmal eine satte Nachzahlung brachten, so Kunz. Der absolute Gewinner des Jahres ist jedoch die Zuckerrübe. Der Zuckergehalt mit 19,5 Prozent knackte dieses Jahr die Eichhof-Rekord-Marke. Und auch der Eierabsatz ist 2012 leicht gestiegen.
 

Kunz gibt den Sojaanbau auf

Dieses Jahr hat Kunz zum ersten Mal Soja im Versuch angebaut. Doch bereits Mitte Juli zeigte sich ein ernüchterndes Bild: ein lückiger Schlag mit zunehmender Verunkrautung. Im Herbst stellte sich die Ernte zudem als schwierig heraus. Viele Bohnen hingen zu nah am Boden und ließen sich deshalb nur unzureichend dreschen. Der Ertrag war dementsprechend gering. Obwohl Landwirt Kunz Mitte das Jahres noch motiviert war, es ein zweites Jahr zu versuchen, ist er letztlich doch zu dem Schluss gelangt, den Anbau vorerst aufzugeben. Sollte die Züchtung irgendwann soweit sein, geeignete Sorten für den Anbau in unseren Breiten hervorzubringen, will er es gerne wieder versuchen.

Kunz erweitert die Anbaufläche

Vor wenigen Wochen hat Erhard Kunz 45 Hektar zugepachtet, so dass er nun im neuen Jahr 165 Hektar Ackerfläche zur Verfügung hat. Im kommenden Jahr wird er seinen Weizen- und Zuckerrübenanbau ausweiten. Möglicherweise wird er zum ersten Mal auch Körnermais anbauen. Für den Raps kam die Zupacht zu spät, doch auch diesen will der Landwirt ausweiten. Außerdem hat Kunz vor Kurzem in eine Direktsaatmaschine investiert.

Hofreport Nr. 3: Sojaanbau im Versuch

 
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