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Steuerrecht

Hofübergabe von strengeren Regeln für Share Deals nicht betroffen

am Donnerstag, 30.12.2021 - 05:15 (Jetzt kommentieren)

Die Regeln für Share Deals wurden vom Gesetzgeber verschärft, um ein Schlupfloch bei der Grunderwerbsteuer zu verkleinern. Wer eine Hofübergabe richtig gestaltet, muss dennoch keine Mehrbelastung fürchten.

Der Begriff „Share Deals“ wurde vor allem im Zusammenhang mit außerlandwirtschaftlichen Investoren bekannt, die Agrarbetriebe als Geldanlage kaufen – unter Umgehung der Grunderwerbsteuer. Weil den Bundesländern damit Steuereinnahmen verloren gehen, das Modell aber bei Immobilientransaktionen und Firmenbeteiligungen sehr beliebt ist, hat der Gesetzgeber nun gegengelenkt. Im Zuge der Grunderwerbsteuerreform wurde die Grenze für einen steuerpflichtigen Gesellschafterwechsel von 95 Prozent auf 90 Prozent herabgesetzt. Die Sperrfristen wurden von bisher fünf auf zehn Jahre verdoppelt.

Was aber bewirken die gesetzlichen Neuregelungen bei der Grunderwerbsteuer für Land- und Forstwirte?

Nachlassteilungen sind steuerlich begünstigt

„Keine Angst, für normale Hofübergaben ergeben sich daraus keine Mehrbelastungen“, beruhigt Thomas Rösler, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei Ecovis in Oederan. Rösler verweist auf wichtige Ausnahmen im Bereich der Grunderwerbsteuer. Schenkungen und Erbfälle sind zum Beispiel von der Grunderwerbsteuer befreit.

Begünstigt sind auch Nachlassteilungen, wenn es dabei zu Grundstücksübertragungen im Rahmen der Erbauseinandersetzung kommt.

Diese Ausnahmen von der Grunderwerbsteuer gelten bei Verkäufen

Auch Verkäufe zwischen Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern sowie an Personen, die in gerader Linie verwandt sind, sind von der Grunderwerbsteuer ausgenommen, erläutert der Steuerexperte. Diese Befreiungen greifen auch bei Share Deals. Sie sorgen dafür, dass die Aufnahme von Ehepartnern und Kindern in den Hof keine Grunderwerbsteuer auslöst.

In diesen Fällen der Hofübergabe wird Grunderwerbsteuer fällig

Anders ist der Fall bei entgeltlichen Übertragungen zwischen Geschwistern oder Onkel und Tanten auf Nichten oder Neffen. „Das Problem sind hier die teilentgeltlichen Übertragungen“, erklärt Rösler.

„Als Entgelt zählt nicht nur ein Kaufpreis, sondern es zählen auch Gegenleistungen, die im Zusammenhang mit einer Übergabe zu zahlen sind.“ Die Hofübergabe auf Nichten oder Neffen kostet also Grunderwerbsteuer, wenn etwa Austragsleistungen vereinbart oder Schulden zu übernehmen sind.

Mit Material von Ecovis

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