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Produktion und Förderung

Hohe Arbeitsplatzverluste in der EU-Landwirtschaft

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von , am
16.01.2013

Brüssel - Die EU-Landwirtschaft hat von 2007 bis 2010 rund 2 Millionen Vollzeitarbeitsplätze verloren. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Europäischen Kommission zur ländlichen Entwicklung hervor.

Der Bezug einer Rente aus der Alterssicherung der Landwirte soll nicht mehr von der Hofabgabe abhängig gemacht werden, meinen die Grünen und fordern eine Reform der Hofabgabeklausel. © Mühlhausen/landpixel
Die Brüsseler Behörde greift darin auf erste Ergebnisse der 2010 durchgeführten Landwirtschaftszählung zurück. Das EU-Statistikamt (Eurostat) ermittelte im Rahmen der stichprobenartigen Erhebung von 2007 EU-weit das Äquivalent von 10,8 Millionen landwirtschaftlichen Vollzeitarbeitsplätzen, die sich 26,7 Millionen Personen teilten, darunter 24,8 Millionen Familienarbeitskräfte.
 

Landwirtschaftliche Arbeitsplätze gingen um bis zu 39 Prozent zurück

Die 25 bis November 2012 ausgewerteten Mitgliedstaaten ohne Belgien und Luxemburg meldeten für 2010 gegenüber 2007 einen Rückgang um insgesamt 1,92 Millionen Stellen. Besonders drastisch verlief die Entwicklung in der Slowakei, Österreich, Griechenland, Zypern, Rumänien und Italien; dort wurden Verluste zwischen 27 Prozent (%) und 39 % verzeichnet. In Deutschland verschwanden fast 11 % der Stellen. Dies ging einher mit einer weiteren Entwicklung hin zu größeren Betriebseinheiten. Laut Kommission hatten abgesehen von Portugal, Irland und Malta alle Mitgliedstaaten 2010 weniger Betriebe als 2007, während die durchschnittliche Betriebsgröße überwiegend stieg.
 
In der Bundesrepublik verringerte sich die Zahl der Betriebe im einfachen Vergleich um knapp ein Fünftel. Die durchschnittliche Nutzfläche je Hof kletterte hingegen um 22 %. Allerdings änderten Deutschland und einige andere Länder 2010 die Erhebungsmethodik; deshalb erscheint der unmittelbare Vergleich der Zahl der Betriebe schwierig.

Wenig alte Landwirte in Deutschland

Vergleichsweise gut da steht Deutschland mit Blick auf die Überalterungsproblematik. Im Jahr 2007 waren in zwölf Bundesländern höchstens 35 % der Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe älter als 55 Jahre; in Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen und Brandenburg lag der Anteil bei bis zu 45 %.
 
Auch Österreich verfügte über eine relativ geringe Zahl älterer Bauern. Anderswo - besonders in Italien, Spanien, Bulgarien und Rumänien, aber auch in Großbritannien - wurden regional Anteile von mehr als 65 % erreicht. Im Gegenzug verfügte Polen 2007 mit 12 % über den höchsten Anteil von Junglandwirten an allen Betriebsinhabern. In Deutschland und Österreich waren es zwischen 5 % und 10 %, im EU-Durchschnitt 6 %.
 
Insgesamt registriert die Kommission ein deutliches Überalterungsproblem: Innerhalb der EU27 gab es 2007 für jeden Landwirt, der jünger als 35 Jahre war, neun Bauern älter als 55 Jahre, wobei die EU15 von diesem Phänomen stärker betroffen ist als die seit 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten. Die Kommission weist darauf hin, dass Junglandwirte oft leistungsfähiger seien als Betriebsleiter jenseits von 55 Jahren. Landwirte unter 35 erreichten in den Punkten Wirtschaftskraft, landwirtschaftliche Nutzfläche und Arbeitseinsatz überdurchschnittliche Ergebnisse, ältere Landwirte hingegen nur unterdurchschnittliche.

Mehr extensiv bewirtschaftete Flächen

Im Bereich der Agrarumweltindikatoren erkennt die Kommission während des vergangenen Jahrzehnts eine leicht, aber stetig gestiegene Extensivierung, zumindest auf dem Gebiet der EU15. Danach verringerte sich der Anteil der intensiv bewirtschafteten Nutzfläche über die Summe der alten Mitgliedstaaten hinweg zwischen 2000 und 2007 um 5 Prozentpunkte auf 31 %, während gleichzeitig der Anteil der Extensivflächen um 3 Prozentpunkte auf 36 % stieg. Diese Entwicklung wird in der EU10 nicht beobachtet; allerdings war dort das Ausgangsniveau der intensiv genutzten Flächen geringer. Auch Deutschland lief gegen den Trend: Hierzulande wurden die intensiv bewirtschafteten Flächen geringfügig ausgeweitet.
 
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