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Mit Holz heizen

Holzpellets: Preise fallen unter 620 Euro – billig wie lange nicht

Pellets kaufen.
am Dienstag, 08.11.2022 - 09:43 (Jetzt kommentieren)

Die Pellet-Preise sind Anfang November unter 620 Euro je Tonne gefallen. Damit kosten Holzpellets knapp 180 Euro bzw. rund ein Viertel weniger als Ende August als die Preise an der 800-Euro-Marke kratzten.

Pelletspreise.

Allein im Oktober ging es mit den Pellet-Preisen um 125 Euro nach unten. Besonders stark sind die Preise zum Beginn des Monats gefallen. Zuletzt hat sich der Preisrückgang etwas verlangsamt – setzt sich jedoch weiter fort.

Hintergrund für den Preisrutsch sind die fallenden Preise für Bauholz, die auch den übrigen Holzmarkt beeinflussen, auch wenn die Nachfrage nach Brennholz und Industrieholz offenbar noch immer sehr hoch ist. Doch die sich abzeichnende schwere Krise im Bausektor, drückt auch auf die Bauholznachfrage und die Holzpreise insgesamt. 

Dieser Trend dürfte sich fortsetzten, denn die Bauzinsen steigen steil an und das Geld wird durch die galoppierende Inflation von mittlerweile über 10 % bei überall sehr knapp. Hinzu kommen die fallenden Energiepreise an den Spotmärkten. So sind die Strompreise und Gaspreise, die die Versorger und Energiehändler an den Spotmärkten zahlen mussten, zuletzt auf neue Tiefstände gefallen. Das bleibt nicht ohne Folgen auf die anderen Energieträger.

So kosteten Holzpellets nach den Erhebungen des Fachportals Heizpellets24 zum Beginn dieser Woche (06.-07.11) zwischen 618 und 619 Euro je Tonne und damit nochmals reichlich 10 Euro weniger als vor einer Woche.

Ob die Preise sich auf diesem Niveau stabilisieren oder weiter fallen, hängt mindestens von zwei Faktoren ab. Einmal von der weiteren Entwicklung der Holzpreise, die derzeit eher nach unten zeigt. Zum anderen aber auch von übrigen Energiepreisen – also Gas und Strom - die für Verbraucher trotz der fallenden Spotmarktpreise extrem teuer sind und das Heizen mit Holz oder Pellets weiter begünstigen, erst recht, wenn die Pellet-Preise weiter fallen.  

Kaufen oder lieber noch warten? – Nachfrage zieht an

Die Produktion von Holzpellets erfolgt auf der Grundlage der sogenannten Sägenebenprodukte aus Sägewerken und der Möbelindustrie. Die anfallenden Späne werden zu Holzpellets verpresst und so zu einem genormten Brennstoff mit standardisierten Eigenschaften verarbeitet. Dennoch gibt es große regionale Preisunterschiede, die einen Vergleich der Preise auf jedem Fall sinnvoll machen.

Außerdem kann man bei Pellets – ähnlich wie bei Heizöl - natürlich einen günstigen Zeitpunkt für seinen Einkauf abwarten. Ob dieser Zeitpunkt jetzt gekommen ist – oder ob man noch etwas warten soll, kann natürlich niemand mit Sicherheit sagen. Am Holzmarkt sieht jedenfalls weiter nach rückläufigen Preisen aus – am Gas- und Strommarkt ist das nicht so sicher.

Denn: Auch im nächsten Jahr werden Gas und Strom knapp sein und die Preise hoch, auch wenn die Speicher aktuell gut gefüllt sind. Viele Leute sehen das genauso und haben deshalb eine Holz- oder Pelletheizung gekauft. Damit ist jedoch auch die Nachfrage höher als in „normalen Jahren“.

Ende 2021 gab es in Deutschland 570.000 Pellets-Feuerungsstätten, verteilt auf ca. 230.000 Pelletkaminöfen und 340.000 Heizungsanlagen mit Pelletkessel. Ein Zuwachs von knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sagt das Vergleichsportal Heizepeletts24. Das ist natürlich bei der Nachfrage zu spüren.

Und es gibt auch regional erhebliche Preisunterschiede. Pellet-Händler nennen für den Oktober (Monatsmittel) im Süden Deutschlands knapp 60 Euro je Tonne niedrigere Pelletpreise als im Norden und knapp 40 Euro weniger als in der Mitte Deutschlands.

Mit dem aktuellen Preisrückgang kehren zudem mehr Käufer auf den Markt zurück, der zuvor, aufgrund der sehr hohen Preise, kaum noch attraktiv war, sagen jedenfalls Händler auf Heizpellet24. Die Warenverfügbarkeit im Handel hat sich zuletzt zudem verbessert.

Stark beeinflusst wird der Markt jedoch durch die hohe Nachfrage von Großverbrauchern. Wegen der Energiekrise haben etliche Unternehmen einen Teil ihres Energie-Bedarfs auf Pellets umgestellt. Die Anfragen für Großmengen sind 2022 offenbar deutlich gestiegen.

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