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Holzpreise im Jahr 2023

Holzpreise zwischen Boom und Krise – Prognose 2023

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am Mittwoch, 04.01.2023 - 10:22 (Jetzt kommentieren)

Der Absturz der Holzpreise ist bislang ausgeblieben. Trotzdem ist nicht alles gut. Baukrise, Rezession und Politik setzten den Waldbauern und der Holzindustrie zu. Ausgang offen.

Fichtenholzpreise.

Die Holzpreise können sich trotz Baukrise und Wirtschaftskrise überraschend gut behaupten. Die Preise für Laubholz, Energieholz und Brennholz steigen sogar. Zumindest regional. Dennoch sind die Aussichten für das Jahr 2023 nicht unbedingt berauschend, denn auch der Holzmarkt kann sich der wirtschaftlichen und konjunkturellen Entwicklung nicht entziehen.

Und da sieht es trotz guter Preisabschlüsse für den Jahresbeginn nicht besonders gut aus. Sowohl die Baukrise als auch die wirtschaftlichen Aussichten lassen längerfristig wenig Spielraum für stabile oder gar höhere Holzpreise. Gestützt wird der Markt jedoch durch die anhaltende starke Nachfrage bei Energieholz und Brennholz. Das dürfte vor allem die Laubholzpreise stützen oder sogar weiter nach oben treiben. Gleichzeitig dürften das im Bausektor eingesetzt Nadelholz preislich unter der konjunkturellen Entwicklung leiden.

Das zeigt auch die Entwicklung der Bauholzpreise am Weltmarkt, die zuletzt regelrecht abgestürzt sind und mittlerweile auf das Niveau vor Corona gefallen sind. Das bedeutet auch, dass der für die hohen Preise (mit)verantwortliche Export von Bauholz in die USA oder nach China nicht mehr möglich ist oder und aber zu deutlich niedrigen Preisen erfolgen muss. Das kommt mit einiger Zeitverzögerung natürlich am relativ stark exportorientierten deutschen Holzmarkt an.

Ein geteilter Markt – Bauholz und Energieholz

buchenholzpreise.

Noch sieht es nicht nach einer stärkeren Korrektur der Holzpreise aus. Zuletzt haben sich die Preise für Nadelschnittholz im Durchschnitt für das Leitsortiment Fichte A/C, 2b+ zwischen 90 und 100 Euro je Fm eingependelt. Der Abschlag für Käferholz lag zwischen 25 und 30 Euro. Fichte Langholz B wurde überwiegend zwischen 105 Euro bis zu 110 Euro/Fm gehandelt. Die Preise für Kiefer waren ebenfalls stabil und lagen überwiegend zwischen 70 und 72 Euro je fm für 2b BC.

Viele Sägewerke konnten zudem die unter Druck geratenen Schnittholzpreise mit den immer noch sehr hohen Preisen für Sägespäne bzw. Holzpellets abfangen. Allerdings sind die Pelletpreise seit Ende Oktober ebenfalls gefallen, haben sich seit Mitte Dezember aber wieder konsolidiert.

Überrascht wurden viele Waldbesitzer durch die Entwicklung am Laubstammholzmarkt. Die Preise für Eiche sind ab dem vierten Quartal durch die Decke gegangen, berichten Waldbesitzerverbände. Auch bei Buchenstammholz sind die Preise kräftig gestiegen. Selbst D-Holz wird oft für 80 Euro/Fm abgegeben, C-Ware ab der 5. Stärkeklasse erreicht die 100-Euro-Marke, heißt es weiter.

Der Preis für Buchen-Brennholz etwa sei höher als der für Buchen-Industrieholz. „Buchen-Industrieholz, das normalerweise in die Zellstoffindustrie geht, gibt es eigentlich gar nicht mehr. Das geht nur noch in den Brennholzmarkt,“ sagt der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Waldbesitzerverbands, Christian Raupach gegenüber der Frankfurter Neuen Presse. Auch Nachfrage und Preise bei Buntlaubholz haben zuletzt angezogen.

Hohe Preise für Brennholz und Papierholz

brennholzpreise.

In Folge der Energiekrise bleiben die Preise für Brennholz wohl auch weiterhin hoch. Auch die Preise für Papierholz bewegen sich auf sehr hohem Niveau und liegen überwiegend zwischen 42,50 und 43,00 Euro/Rm. Allerdings sind fast alle Preise deutlich kurzfristiger vereinbart als in den Jahren zuvor. Der Preis fürs Papierholz ist seit dem vorigen Jahr um 13,50 Euro gestiegen, sagte Paul Högenauer, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV), gegenüber dem Merkur.

Dabei ist dieser Preis jedoch nicht mehr wie üblich für ein Jahr vereinbart, sondern nur bis Ende Januar. Grund ist die unsichere Lage bei der Papierproduktion. „Der Gasverbrauch ist dort sehr hoch“. Bei einer Mangellage würde wohl die Papierproduktion als eine der ersten eingestellt. Auch die Sägeindustrie ist wegen der sich schlechten konjunkturellen Aussichten, vor allem in der Bauwirtschaft, weiterhin erheblich verunsichert.

Fundierte Prognosen für die Säge- und Holzindustrie seien vor dem Hintergrund der unklaren Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und anderen Ländern zu diesem Zeitpunkt schwer möglich, sagte der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband. „Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage und einer zu erwartenden Rezession ist es Aufgabe der Politik, stärkende Instrumente und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen“, sagt Geschäftsführerin Julia Möbus.

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