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Produktion und Förderung

Hülsenfrüchte: EU-Projekt soll Anbau fördern

von , am
06.03.2014

Während in China und Amerika auf etwa zehn Prozent der Äcker Hülsenfrüchte wachsen, liegt deren Anteil in Europa nur noch bei zwei Prozent. Ein neues EU-Projekt soll das ändern.

Das EU-Projekt soll zur Förderung der Hülsenfrüchte in Europa beitragen. © wrw/pixelio.de
Das Projekt LEGATO (Legumes for the Agriculture of Tomorrow) wird am 4. und 5. März in Dijon, Frankreich vorgestellt. Man möchte dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hülsenfrüchte, deren Anbau in Europa in den letzten 40 Jahren stetig gesunken ist, zu verbessern. In China und Amerika werden auf circa zehn Prozent der landwirtschaftlichen Flächen Hülsenfrüchte angebaut. In Europa liegt dieser Anteil nur noch bei um die zwei Prozent.

Europaweite Zusammenarbeit

Hauptziel ist es, zur zunehmend nachhaltigen Wiedereinführung von Hülsenfrüchten im europäischen Bodennutzungssystem beizutragen. Am Projekt LEGATO beteiligen sich 29 Partner, bestehend aus Forschungsinstitutionen, Unternehmen und Branchenorganisationen aus elf Ländern. Neben Frankreich und Deutschland nehmen Großbritannien, Tschechien, Spanien, Italien, Serbien, Polen, Portugal, Österreich und Schweden teil. Das Projekt startete im Januar und wird von der Europäischen Union im Rahmen des FP7 Programms gefördert.

Neue Sorten verbreiten und neue Züchtungen entwickeln

Im Rahmen von LEGATO sollen bis Dezember 2017 verschiedene Forschungen in Sachen Veredelung mit den neuesten wissenschaftlichen Techniken erfolgen. Der Fokus liegt hierbei auf Ackerbohnen und Erbsen, den häufigsten Hülsenfrüchten in Europa. Zudem möchte man herausfinden, welche Faktoren im Moment den Anbau derart limitieren. Es sollen Lösungen gesucht werden, neue Sorten zu verbreiten, Züchtungen zu entwickeln und die Möglichkeiten der Verwendung als Lebensmittel, beispielsweise in Form von Mehlsorten, zu erweitern.

Geplante Arbeitsphasen

Ablaufen soll das Projekt in acht Arbeitsphasen. Im ersten Arbeitsschritt wird man sich auf die Genetik konzentrieren und neue Züchtungsverfahren sowie -materialien entwickeln. Hierbei soll die gesamte Breite genetischer Ressourcen untersucht und ausgeschöpft werden. Die nächste Phase zielt auf die Identifikation biotischer Stressfaktoren für die Pflanzen ab und die Erforschung, durch welche Genkombination hier eine Resistenz erreicht werden kann. Was folgt, ist eine Anpassung der Pflanzen an abiotischen Stress, vor allem an Perioden der Dürre und Hitze.

Feldversuche und Forumsdiskussion

Verbraucher und Landwirte sollen gleichermaßen informiert werden. © LEGATO
Arbeitsschritt Nummer vier bezieht sich auf die Ermittlung von speziellen Eigenschaften, die für den Verbraucher und seine Erwartungen an das Erzeugnis wichtig erscheinen. In Phase fünf will man anschließend ein Managementsystem für Hülsenfrüchtenanbau entwickeln, um den Landwirten eine Grundlage an die Hand zu geben. In Feldversuchen werden hier die theoretischen Forschungsergebnisse getestet. Schritt Nummer sechs soll innerhalb eines Forums die Beurteilung der Erkenntnisse durch Pflanzenbauern ermitteln. Sie sollen die Frage beanworten, welches Potential die neuen Züchtungen und Anbausysteme besitzen.

Kontakt mit Landwirten und Verbrauchern

Die folgenden Punkte sieben sowie acht beinhalten die wichtigen Maßnahmen des Kontaktes sowie Managements des Projektes. Kontakt meint hier die direkte Information der Landwirte und Verbraucher durch Internet- sowie Medienauftritte, Seminare an landwirtschaftlichen Bildungseinrichtungen, Informationen für ernährungsberatende Einrichtungen, Broschüren und Workshops.

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