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Produktion und Förderung

IGC rechnet mit globalem Anbaurekord bei Weizen und Mais

von , am
27.02.2012

In diesem Wirtschaftsjahr wird global mehr Weizen, Mais und Gerste angebaut. Für die nächste Saison kann also mit einer guten Versorgung gerechnet werden.

Die Anbaufläche wird groß sein. Fraglich ist, wieviel herauskommt. Ursache sind witterungsbedinte Produktionsausfälle. © Mühlhausen/landpixel
Zu diesem Ergebnis kommt der Internationale Getreiderat (IGC) in seiner aktuellen Marktprognose vom 23. Februar. In Verbindung mit den Anbau- und Produktionsschätzungen des USDA erhöht die IGC-Prognose zudem den Druck auf die Getreidepreise. So gaben die Terminmarktpreise in Europa binnen einer Wochen für Weizen um gut zehn Euro je Tonne und für Mais um fünf Euro je Tonne (t) nach.

Mehr Weizenanbau

Für die nächste Ernte erwartet der IGC eine weitere Ausweitung des weltweiten Weizenanbaus von etwa 1,5 Prozent (%) auf rund 224 Millionen Hektar (Mio. ha). Die neue Weizenernte könnte nach dieser frühen Prognose mit 680 Millionen Tonnen (Mio. t) jedoch rund 15 Mio. t unter dem diesjährigen Rekord bleiben.
 
Ursache sind die erwarteten witterungsbedingen Produktionsausfälle und Mindererträge in der Ukraine sowie in Teilen der USA. Auch für andere Regionen unterstellt man etwas niedrigere Erträge. Allerdings hatte das USDA selbst in der letzten Woche die Anbaufläche für Weizen in den USA um 6,6 % auf 23,5 Mio. ha nach oben geschätzt und die erwartet Produktion sogar um 8,3 % auf knapp 59 Mio. t hochgeschraubt. Entsprechend könnte auch das Angebot an den globalen Märkten wachsen, denn die USA sind der weltweit größte Exporteur von Weizen und Mais.

Maisfläche auf Rekordhoch

Beim Mais erwartet der IGC ebenfalls eine Ausweitung der globalen Anbaufläche um knapp ein Prozent auf dann 167 Mio. ha. Das wäre dann ebenfalls ein neuer Anbaurekord. Für die Vereinigten Staaten hat das USDA in der letzten Woche eine Expansion der Anbaufläche um 2,3 % auf 38 Mio. ha prognostiziert und damit den höchsten Stand seit knapp 70 Jahren. Das Ergebnis wäre eine Zunahme der US-Produktion von 15,5 % auf 362 Mio. t.
 
Zudem rechnet das IGC auch für die Ukraine mit einer Flächenexpansion.
 
Bei Gerste geht das IGC im kommenden Jahr sogar von einer Ausweitung der Anbaufläche von acht Prozent auf rund 54 Mio. ha aus. Hier spielen ähnlich wie beim Mais auch die Auswinterungsschäden am Schwarzen Meer eine Rolle.

Weizen: Versorgungslage sehr komfortabel

Für die laufende Saison hat der IGC die Weizenernte gegenüber der Schätzung von Januar nochmals um gut fünf Millionen Tonnen auf 695 Millionen Tonnen nach oben gesetzt. Gegenüber dem Vorjahr ist die aktuelle Weizenernte 2011/12 damit sogar um rund 42 Mio. t oder 6,4 % größer. Der Verbrauch von 681 Millionen Tonnen liegt - trotz eines Anstieges gegenüber dem Vorjahr von knapp vier Prozent bzw. 25 Mio. t - noch immer rund 14 Millionen Tonnen unter der Produktionsmenge. Mit der Zunahme der Bestände auf rund 211 Mio. t ist auch im nächsten Jahr bei einer etwas kleineren Ernte eine problemlose Versorgung möglich. Die Relation von Beständen zu Verbrauch liegt bei rund 31 % und damit in einem für den Weizenmarkt sehr komfortablen Bereich.

Mais: Rekordproduktion deckt nicht den Bedarf

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Auch die globale Maisproduktion erreicht nach der Einschätzung des IGC in diesem Jahr mit 864 Millionen Tonnen einen neuen Rekord und liegt vier Prozent über dem Vorjahr. Die unterdurchschnittliche US-Ernte und die trockenheitsbedingen Produktionsausfälle in Argentinien werden durch Rekordernten in China und der Ukraine mehr als ausgeglichen. Die ebenfalls trockenheitsbedingten Produktionsausfälle im Süden Brasiliens werden durch die sehr gute Ernte im Nordwesten des Landes und den zusätzlichen Anbau von Sommermais gut ausglichen. Die derzeit erwartete brasilianische Produktion reicht sogar noch für einen neuen Rekord.
 
Der Verbrauch ist jedoch noch schneller gestiegen als die Produktion und erreicht 871 Millionen Tonnen. Dies sind rund sieben Millionen Tonnen mehr als die Rekordernte hergibt und führt zu einem weiteren Abbau der Bestände auf 127 Mio. t. Gewachsen ist nach den Daten des IGC vor allem der Verbrauch von Futtermais in China und anderen asiatischen Ländern. Das USDA rechnet insbesondere für China in den nächsten Jahren mit einem deutlich wachsenden Importbedarf bei Mais.
 
 
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