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Erbschaftssteuer 2023

Immobilie vererben wird teurer - vor allem im Bayern

Bauernhäuser in Bayern

Das Vererben und Verschenken von Immobilien wird deutlich teurer. Grund ist eine Gesetzesänderung ab 2023. Damit ändern sich die steuerlichen Bewertungsmaßstäbe von bebauten Grundstücken.

am Freitag, 06.01.2023 - 14:00 (1 Kommentar)

Immobilieneigentümer haben dann das Problem, dass bei Schenkungen oder Erbschaften erheblich höhere Steuern anfallen, die sie möglicherweise nicht mehr zahlen können. Vor allem Bayern ist betroffen, denn neun der zehn teuersten Landkreise liegen im Freistaat. Die Folge könnte sein, dass zahlreichen Eigenheimen und Hofstellen, die seit Generationen in Familienbesitz sind, der Notverkauf droht, wenn Erben die Erbschaftssteuer nicht bezahlen können. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kündigte daher bereits im Dezember eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht an, sollte sich keine politische Lösung finden. 

Neuberechnung über den Verkehrswert

Bei den bisher angewandten Bewertungsmethoden lag der ermittelte Wert meist unter dem Verkehrswert. Der Interessenverband privater Immobilienbesitzer "Haus und Grund" geht davon aus, dass durch gesetzliche Änderungen bis zu zwei Drittel aller Immobilien in Deutschland höher bewertet werden und dass mindestens die Hälfte der Betroffenen stärker vom Fiskus zur Kasse gebeten wird.

"Zu den ohnehin schon stark gestiegenen Bodenpreisen, die auch auf die Steuerbewertung durchschlagen, kommen jetzt weitere gesetzlich geregelte Bewertungsverschärfungen", sagt Sibylle Barent, Steuerexpertin des Verbandes gegenüber tagesschau.de.

Erbschaftssteuer an sich ändert sich nicht

Dabei soll nicht die Erbschaftssteuer an sich geändert werden. Geändert wird jedoch, wie eine Immobilie für die Berechnung eines Nachlasses zu bewerten ist. Und daraus ergeben sich dann die enormen Steigerungen. Im Gegensatz zu Markus Söder geht Bundesfinanzminister Christian Lindner hingegen nicht davon aus, dass es sich dabei um viele Fälle handeln wird.

Wer Sorge hat, dass die eigene Immobilie betroffen sein könnte, weil der Wert über die jeweiligen Freibeträge steigen könnte, sollte mit seinem Steuerberater sprechen, welche Möglichkeiten es gibt, damit das Elternhaus erhalten bleiben kann.

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