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Initiative Tierwohl

ITW: 3.000 Euro-Zahlungen reichen nicht für alle Schweinehalter

Schweinehalter mit Masttieren in Bucht
am Montag, 02.08.2021 - 11:21 (Jetzt kommentieren)

Weil die zugesicherten Mittel aus der Initiative Tierwohl (ITW) von 3.000 Euro pro Betrieb nicht ausreichen, kann die Einmalzahlung nicht für alle Schweinehalter geleistet werden, die sich auf das Versprechen verlassen haben. Es soll nun nach dem Windhundprinzip verfahren werden.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) berichtet von einem Rundschreiben der ITW, in dem für die Einmalzahlungen zum Eintritt in die dritte Programmphase ein Verfahren angekündigt wird, was von der ursprünglich vorgesehenen Frist abweicht.

So lautete die Bedingung der ITW für die 3.000 Euro-Zahlung, dass das erforderliche Audit bis zum 30. Juni 2021 absolviert werden müsse. Da das Budget von 20 Mio. Euro aber schon aufgebraucht ist, soll die Zahlung jetzt nur noch an Betriebe gehen,

- die ihr Audit bereits bis einschließlich 24. Juni 2021 bestanden haben und es bis Anfang Juli freigegeben wurde oder
- deren Einmalzahlung bereits durch die Teilnahme an der bisherigen Programmphase reserviert worden war.

Wie die ISN erläutert, sollen die Einmalzahlungen aus einer Sonderzahlung der Schwarz-Gruppe finanziert werden. Die Schwarz-Gruppe habe Ende 2020 eine Sonderzahlung über 50 Mio. Euro für die ITW angekündigt. Neben der Einmalzahlung habe die ITW mit diesen Mitteln eine um ein Euro erhöhte Vergütung für Ferkelerzeuger in der gesamten Programmlaufzeit sowie einen Aufschlag von ebenfalls einem Euro pro Mastschwein für das zweite Halbjahr 2021 ermöglichen wollen. Das sei in Abstimmung mit Lidl und Kaufland beschlossen worden, teilte die ITW im letzten Jahr mit.

Windhundprinzip war für Schweinehalter nicht absehbar

Die ISN berichtet von zahlreichen Betrieben, die von der um sechs Tage verkürzten Frist betroffen sind. Unter den Schweinehaltern herrsche massiver Unmut, da die ITW das Windhundprinzip im Falle einer Überzeichnung des Budgets nicht angedeutet hatte.

Heinrich Dierkes, Vorsitzender der ISN, kann die Reaktion der Betroffenen gut nachvollziehen. „Ich kann den Ärger der Berufskollegen gut verstehen, die im Glauben, alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt zu haben, jetzt die Einmalzahlungen nicht bekommen sollen“, sagt Dierkes. Gerade in der aktuellen finanziellen Situation der Schweinehalter sei das ein Desaster. Für die Zahlung der 3.000 Euro müsse eine Lösung gefunden werden. „Hier sehe ich die ITW und insbesondere die Lebensmitteleinzelhändler in der Pflicht, denn wer A sagt, der muss auch B sagen“, so der Vorsitzende der Interessengemeinschaft.

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