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Produktion und Förderung

Junihochwasser: Soviel Gelder sind an Landwirte geflossen

von , am
05.03.2014

Potsdam/Magdeburg - 37 Millionen Euro aus dem Aufbauhilfefonds hat Sachsen-Anhalt nach dem Hochwasser letztes Jahr an Landwirte ausgezahlt. In Brandenburg gingen 19 Millionen Euro an 330 Betriebe.

Über Nacht hat sich die Lage in Norddeutschland entspannt, die Pegel sinken. © Gabi Eder/pixelio
Zur Bewältigung der hochwasserbedingten Schäden in der Landwirtschaft Sachsen-Anhalts hat die Landesregierung bislang rund 37 Millionen Euro aus dem Aufbauhilfefonds ausgezahlt. Wie Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens in Magdeburg berichtete, machten davon die Hilfen für die Schadensbeseitigung in landwirtschaftlichen Betrieben mit 29 Millionen Euro den größten Anteil aus.
 
Rund 5,5 Millionen Euro habe das Land zudem für die Wiederherstellung eines guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustandes an die landwirtschaftlichen Unternehmen ausgezahlt. Weitere 2,5 Millionen Euro seien unmittelbar nach der Flut als Soforthilfe an landwirtschaftliche Betriebe geflossen.

Sachsen-Anhalt: Großer Teil der Hilfen ausgezahlt

Von den 1.429 eingegangenen Anträgen auf Beseitigung von Hochwasserschäden in der Land- und Forstwirtschaft habe man bislang 1.225 Anträge bewilligt; 65 Anträge seien abgelehnt worden. Aeikens zufolge stehen nun die Reparaturen an der ländlichen Infrastruktur im Fokus. Bisher lägen den Ämtern für Landwirtschaft und Flurneuordnung 145 Schadensanträge mit einer Höhe von rund 47 Millionen Euro vor. Das Hochwasser setzte nach Angaben des Magdeburger Landwirtschaftsministeriums im Juni vergangenen Jahres rund 75.000 Hektar Acker und Grünland sowie 20.000 Hektar Waldfläche unter Wasser.

Verteilung der Hilfen unter der Lupe

Der Schaden für die Land- und Forstwirtschaft wird mit insgesamt 137 Millionen Euro angegeben. Davon entfallen laut Agrarressort rund 60 Millionen Euro auf landwirtschaftliche Betriebe, 60 Millionen Euro auf Schäden an der Infrastruktur und 17 Millionen Euro auf Waldschäden.
 
Entsprechend den EU-Vorgaben werden für die Schadensleistungen in der Landwirtschaft der Durchschnitt aus den Erträgen und Erlösen der Jahre 2010 bis 2012 zugrundegelegt und von diesem Wert 80 Prozent ausgezahlt.

Brandenburg: 19 Millionen Euro für 330 Betriebe

Im Rahmen des brandenburgischen Hilfsprogramms zur Bewältigung von Schäden infolge des Elbehochwassers haben das Potsdamer Landwirtschaftsministerium und die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) seit dem letzten Jahr insgesamt 19 Millionen Euro an 330 Landwirtschaftsbetriebe ausgezahlt. Bei der Vorstellung des Abschlussberichts zog Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger eine positive Bilanz. Bundes- und Landesregierung hätten sich schon kurz nach dem Höhepunkt der Katastrophe auf die Konditionen verständigt. So habe man den vom Hochwasser betroffenen Landwirten und Gärtnern zügig und wirksam geholfen.

Hochwasserhilfe abgeschlossen

Die gesamten Schäden durch das Hochwasser in der brandenburgischen Landwirtschaft werden laut Agrarressort auf rund 24 Millionen Euro geschätzt. Wegen der Überschwemmungen vor Beginn der Ernteperiode hätten manche Betriebe enorme Erlösausfälle verbuchen müssen. Auf Grünland sei zudem häufig eine Nachsaat erforderlich gewesen, um die Futterversorgung der Tiere im Jahr 2014 sicherzustellen. Die Schäden, die überwiegend an landwirtschaftlichen Nutzflächen entstanden waren, wurden nach Ministeriumsangaben zu 80 Prozent und in besonderen Härtefällen vollständig ausgeglichen.
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