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Produktion und Förderung

Kalidünger: Wachsende Bestände und Preisdruck

© krick/agrar-press
von , am
20.12.2012

An den internationalen Spotmärkten gehen die Preise für Kalidünger seit dem Herbst zurück. Ursache ist die deutlich zurückbleibende Nachfrage an den globalen Märkten.

© landpixel
In den letzten Monaten haben fast alle bedeutenden internationalen Produzenten ihre Produktion gedrosselt und auch die Preise nach unten angepasst. Dennoch sind die Lagerbestände weiter gewachsen und die Nachfrage hat sich trotz rückläufiger Preise bislang nicht belebet. Nach den Daten der Weltbank ist der Indikatorpreise für Kaliumchlorid (KCl), am Spotmarkt im kanadischen Vancouver, von September bis November um etwa zehn Prozent auf 425 US-Dollar je Tonne (329 Euro) gefallen und steht weiterhin unter Druck. Für das kommende Jahr 2013 erwarten alle großen Hersteller jedoch einen kräftigen Nachfrageschub und steigende Kalipreise. Grund ist die prognostizierte Anbauausweitung bei Weizen, Mais und Ölsaaten. Damit hatte man allerdings auch 2012 schon gerechnet. Anstelle des erwarteten Preisanstiegs verloren die Kali-Preise im Jahresverlauf an den Spotmärkten gut 75 US-Dollar je Tonne oder 15 Prozent und blieben zudem deutlich unter den Prognosen.
 

Lagerbestände kräftig gewachsen

Entwicklung der Kalipreise am Weltmarkt.
In Nordamerika haben die Landwirte in im zurückliegenden Herbst - trotz der hohen Getreidepreise und der geplanten oder bereits erfolgten Anbauausweitungen - erneut sehr zurückhaltend eingekauft. Darüber hinaus versetzten die ausbleibenden Zukäufe solch großer Importeure wie China und Indien dem Markt einen kräftigen Dämpfer. Vor diesem Hintergrund berichtete die kanadische PotashCorp dieser Tage, dass die Lagerbestände in Nordamerika, trotz der deutlich gedrosselten Produktion, fast 60 Prozent über dem langjährigen Mittel liegen. Allein Im November haben die Lagerbestände der drei großen nordamerikanischen Produzenten und Exporte PotashCorp, Mosaic und Agrium zusammen um 20 Prozent zugenommen und eine Größenordnung von 3 Millionen Tonnen erreicht.
 

Stärkere Preisschwankungen möglich

Über eine schleppende Nachfrage berichtete auch der russische Hersteller und Exporteur Uralkali und plante ebenfalls eine weitere deutliche Reduzierung der Produktion für das erste Quartal 2013. Unsicherheit herrscht zudem weiterhin über das Einkaufsverhalten Chinas und Indiens. Beide Länder gehören zu den größten Importeuren von Kalidünger, auch wenn China seine eigene Produktion zuletzt deutlich ausgeweitet hat. Indien ist hingegen aufgrund fehlender eigener Kapazitäten und wahrscheinlich sehr niedriger Bestände auf Importe angewiesen. Sollte die Nachfrage dieser beiden großen Einkäufer allerdings weiter so schwach ausfallen wie bisher, sind sind sowohl weitere Preisabschläge als auch stärkere Preissprünge am Kalimarkt möglich.
 

Kommt der Nachfrageschub in 2013?

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Bislang gehen die meisten Hersteller noch von einem Nachfrageschub im Jahr 2013 aus. Die kanadische PotashCorp hat Mitte Dezember jedenfalls einen sehr optimistischen Ausblick auf die Entwicklung 2013 gegeben. Zwar sind die Bestände bei den meisten Herstellern sehr hoch, bei den Landwirten in den Nordamerika und anderswo auf Welt dürfte die Vorräte jedoch ehr klein sein, so das man im Frühjahr 2013 mit einem deutlichen Nachfragschub rechnet. Möglicherweise beeinflusst der weltweite Ausbau der Produktionskapazitäten (nicht nur in China) und der damit verbundene Angebotszuwachs, die Preisentwicklung in den nächsten Monaten stärker als manch ein Hersteller derzeit noch glaubt.
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