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Produktion und Förderung

Kappung der Direktzahlungen: Ostdeutsche Großbetriebe wären kaum betroffen

© landpixel
von , am
16.12.2011

Halle - IAMO-Wissenschaftler simulieren Auswirkungen der Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013.

Für den Betrieb ist wichtig zu wissen, wie die Liquidität zu jedem Planungszeitpunkt des Wirtschaftsjahres aussieht. © Mühlhausen/landpixel
Wie Wissenschafter des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) in Simulationsrechnungen ermittelt haben, sind nur wenige landwirtschaftliche Betriebe in der Region Altmark im Norden Sachsen-Anhalts von einer Kappung der Direktzahlungen betroffen.
 
Grund dafür sei, dass zum einen - laut des Kommissionsvorschlages - lediglich eine Basisprämie von 70 Prozent der bisherigen Direktzahlungen für die Kappung angerechnet werde und zum anderen die Betriebe vor der Kürzungsberechnung noch Lohnkosten und Sozialversicherungsausgaben geltend machen können.

Negative Folgen zu erwarten

Insgesamt sei in der Untersuchungsregion, die ähnlich wie ganz Ostdeutschland von großen landwirtschaftlichen Betrieben geprägt ist, eine Kürzung der Prämienzahlungen von unter 0,5 Prozent zu erwarten. Trotzdem hätte eine solche Reform für betroffene Betriebe durchaus deutliche Auswirkungen: Sie würden in ihrem Wachstum gehemmt und sich zur Vermeidung der Kürzungen verstärkt arbeitsintensiven Produktionsverfahren wie der Tierhaltung zuwenden. Beides würde längerfristig zu gesamtgesellschaftlichen Wohlfahrtsverlusten und Verzerrungen auf den Märkten führen, heißt es. Das Argument, eine Kappung stütze kleinere Betriebe, möchten die Wissenschafter nicht gelten lassen. In ihren Simulationen ergeben sich für diese Betriebe nur minimale positive Entwicklungs- und Einkommenseffekte.
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