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Produktion und Förderung

Karte verortet Bodengüte deutscher Äcker

von , am
20.11.2013

In welchen Regionen sind die Äcker besonders fruchtbar? Eine neue thematische Karte zeigt die bundesweite Bodengüteverteilung. Zu den Gewinnern zählen das Rheinland und Thüringen.

Laut der aktuellen Bodengüte-Karte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sind rund ein Viertel der deutschen Böden besonders fruchtbar und ertragreich. Die Karte ist die erste einheitliche Darstellung der Bodengüte der ganzen Republik. Bisher gab es solche Angaben nur auf Ebene der Bundesländer. Auf einen Blick können so sehr ertragreiche Regionen und Regionen mit geringem Ertragspotential auf der Karte herausgelesen werden.
 
Sie kann vor allem als Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung dienen, wenn es darum geht landwirtschaftliche Flächen zur Versiegelung freizugeben.
 

Ertragreiche Regionen

Zu den besonders ertragreichen Böden zählen die der Lösslandschaften, z. B. des Thüringer Beckens oder der Kölner Bucht. Lösssedimente sind gute Wasserspeicher, gut durchlüftet und sehr fruchtbar, wodurch sie besonders für die Landwirtschaft geeignet sind. Ebenfalls gut schnitten die Tertiärhügelländer im Alpenvorland ab sowie die Talauen der großen Flusslandschaften und die Kalkmarschen des Küstenholozäns.
 

Regionen mit geringer Bodengüte

Eine geringere Bewertung erfahren die Bodengesellschaften der Berg- und Hügelländer, wo geringe Durchwurzelungstiefen und zusätzlich hohe Skelettgehalte die Ertragsfähigkeit begrenzen. Die leichten Sandböden in den Alt- und Jungmoränenlandschaften weisen in Teilen der östlichen Bundesländer ein geringes Ertragspotential auf, wenn ein Defizit in der klimatischen Bilanz des Sommerhalbjahrs verzeichnet wird. Wo dies nicht der Fall ist, sind die Böden von durchschnittlicher Qualität. Die im bundesweiten Maßstab niedrigsten Wertzahlen von < 35 Punkten entfallen u.a. auf ackerbaulich genutzte Moorstandorte.
 

Deutschland guter Standort für Getreideanbau

Die Böden in Deutschland besitzen nach den internationalen Maßstäben des Ratings ein hohes Ertragspotential für Getreide. Der (flächengewichtete) bundesweite Mittelwert beträgt beim finalen Soil Quality Rating 62 Punkte. Auf etwa 53 Prozent der bewerteten Flächen besteht keine Einschränkung durch einen der vier betrachteten Gefährdungsindikatoren. Auf den restlichen Flächen wirken vor allem die Trockenheitsgefährdung, aber auch die Gründigkeit der Böden ertragslimitierend.

Entscheidungsgrundlage bei Flächenverbrauch

Für die wachsende Infrastruktur und die zunehmende Verstädterung werden stetig Flächen neu bebaut. Neben dem Problem, dass diese nicht mehr landwirtschaftlich nutzbar sind, kommt hinzu, dass es oft gerade ertragreiche Flächen sind, die in Siedlung- und Verkehrsflächen umgewandelt werden. Die Karte kann nun als Entscheidungsgrundlage für die Politik und Verwaltung herangezogen werden, wenn beispielsweise über Ländergrenzen hinaus Projekte geplant werden. Sie kann darüber hinaus auch für Modellrechnungen, wie Klimafolgenbewertungen, genutzt werden und so der weitere Forschung dienen.
 
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