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Produktion und Förderung

Kleines Tier, großer Schaden: die Feldmaus

von , am
14.02.2013

Vergangenes Jahr vermehrten sich Feldmäuse in einigen Regionen massenhaft. Vor allem in östlichen Anbaugebieten verursachten sie große Ernteverluste. Das Julius Kühn-Institut hat Bilanz gezogen.

Schäden durch Mäusefraß. © landpixel
Vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verursachten Feldmäuse vergangenes Jahr massive Ernteverluste. Im Harzvorland vernichteten Feldmäuse beispielsweise bis zu 80 Prozent der Winteraussaat. Die Massenvermehrung der Nager kehrt periodisch wieder. Das Julius Kühn-Institut (JKI) erforscht dieses Phänomen.
 
Um eine Bilanz der letzten Massenvermehrung von 2012 zu ziehen, hat das JKI zu einem Expertengespräch mit Fachleuten von Bundes- und Länderbehörden sowie Verbänden geladen.

Der Einfluss von pflugloser Bodenbearbeitung und Windkraftanlagen

Befall und Schäden des Vorjahres stellte Dr. Jens Jacob, JKI-Experte zum Phänomen der Massenvermehrungen, vor. Er arbeitet an einem Prognosemodell, mit dessen Hilfe überdimensionale Bestandszuwächse künftig vorhergesagt werden sollen. Bei der so genannten Massenvermehrung können mehr als 1.000 Tiere pro Hektar auftreten.
 
Immer wieder ist der Einfluss der pfluglosen Bodenbearbeitung auf die Vermehrung der Mäuse in der Diskussion. Landwirte berichten von besonders hohen Befallszahlen auf solchen Äckern. Ein Thema, das nicht nur die Experten beim Fachgespräch disuktiert haben, sondern auch in unserer landlive-Community besprochen wird.
Auch über den Umstand, dass Windkraftanlagen und andere nichtbearbeitete Flächen als Refugien dienen, aus denen die Mäuse erneut in die Felder einwandern, wurde diskutiert.

Gezieltes Feldmausmanagement entwickeln

Die Agrarministerkonferenz des Bundes und der Länder hatte sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt und beschlossen, eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe einzurichten.
 
Um der Feldmaus-Problematik besser Herr zu werden, wollen die Gesprächsteilnehmer (Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums, des Bundesumweltministeriums, der Landesbehörden, der Zulassungsbehörde für Pflanzenschutzmittel sowie betroffene Verbände) künftig die Kräfte zu bündeln. Ziel sei es, berichtet das Julius Kühn-Institut, ein gezieltes Feldmausmanagement zu entwickeln.  
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