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GAK-Rahmenplan

Klima- und Umweltschutz: Für diese Maßnahmen steigen die Fördersätze

Hagelschutznetz auf einem Weinberg mit Landschaft im Hintergrund
am Montag, 03.05.2021 - 12:08 (Jetzt kommentieren)

In das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) werden weitere Investitionen zum Klima- und Umweltschutz aufgenommen. Die Fördersätze können 40 oder sogar 100 Prozent betragen.

Um den Umwelt- und Klimaschutz in der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) stärker zu fördern, wurde der GAK-Rahmenplan 2021 bis 2024 in der letzten Woche überarbeitet.

Es werden neue spezifische Investitionen zum Umwelt- und Klimaschutz (SIUK) berücksichtigt, die keinen wirtschaftlichen Mehrwert erbringen. Außerdem werden die Fördersätze für Investitionen erhöht, mit denen Schäden durch widrige Witterungsverhältnisse vorgebeugt werden soll. Unterstützt werden auch regionale Schlachtbetriebe.

Zuständig für die Durchführung der GAK-Fördermaßnahmen sind die Länder, die den Beschluss ab sofort umsetzen können. Der Bund ist zu 60 Prozent an der Finanzierung beteiligt.

Abluftreinigungsanlagen und Lagerstätten förderfähig

Die SIUK sind nichtproduktive Neuanschaffungen, die aber einen hohen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz aufweisen. Bis zu 100 Prozent kann der Fördersatz für die Kosten von neuen Abluftreinigungsanlagen oder für nachträgliche Abdeckungen von Lagerstätten für flüssige Wirtschaftsdünger betragen.

Beispielsweise können Lagerstätten für Wirtschaftsdünger, die zu einer deutlichen Emissionsminderung führen, mit bis zu 40 Prozent gefördert werden. Zu den Investitionen mit einem Fördersatz von 40 Prozent gehören auch Reinigungsplätze für Pflanzenschutzgeräte.

Von 20 auf 40 Prozent erhöht sich darüber hinaus der Fördersatz für Investitionen in Hagelschutznetze im Obst-, Wein- und Gemüsebau. Damit sollen sich die Betriebe vor klimawandelbedingten Extremwetterereignissen schützen.

Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) in einer Pressemitteilung informiert, schreibt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung nach einer Übergangsfrist für die Kälberhaltung einen trockenen, weichen oder elastisch verformbaren Liegebereich vor. Die Übergangsfrist endet am 9. Februar 2024. Damit Kälberhalter möglichst schnell einen neuen Liegebereich einrichten, werden diese Investitionen befristet bis zum Ende der Übergangsfrist gefördert. Der Fördersatz wird laut BMEL gegenüber dem Regelsatz um bis zu 10 Prozentpunkte erhöht.

Förderung für Schlachtbetriebe wird auf mittlere Unternehmen ausgeweitet

Der neue GAK-Rahmenplan sieht darüber hinaus vor, unter den Schlachtbetrieben nicht nur kleine und Kleinstunternehmen, sondern auch mittlere Unternehmen zu fördern. Das betrifft zum Beispiel regionale Schlachtbetriebe, die im Verbund mit landwirtschaftlichen Erzeugern und Landmetzgern arbeiten und deshalb als mittlere Unternehmen gelten.

Um eine Förderung zu erhalten, müssen die Schlachtbetriebe sich einer regionalen Bedarfs- und Umfeldanalyse unterziehen. In der Analyse wird überprüft, ob durch die Investition bestehende Schlachtbetriebe verdrängt werden könnten und ob regional ausgerichtete Wertschöpfungsketten sowie kürzere Tiertransportzeiten angestrebt werden.  

Mit Material von Agra Europe (AgE)

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