Login
Ratgeber

Konflikte am Arbeitsplatz lösen: Das können Sie tun

pd/af
am
20.11.2015

Konflikte gehören zu jedem Arbeitsalltag. Entstehen aus einem Konflikt aber ernsthafte Probleme für den Betriebsablauf, muss dringend gehandelt werden.

Konflikte gibt es immer und überall, im Betrieb, in der Familie oder auch im Freundeskreis. Jeder weiß, wie belastend Konflikte sein können - gerade auf der Arbeit, wo man sich nicht einfach aus dem Weg gehen kann, sondern gemeinsam etwas schaffen will. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hat in einer Broschüre Handlungsoptionen für die Konfliktlösung am Arbeitsplatz herausgegeben.

1. Konfliktanalysegespräche

Kommunikation ist die zentrale Größe bei der Bearbeitung eines Konfliktes. Zunächst führen Sie als Führungskraft Gespräche, durch die Sie Informationen über den Konflikt gewinnen. Fragen Sie:

  • wie der Konflikt entstanden ist (Konfliktgeschichte),
  • wie die Kontrahenten die Situation aktuell wahrnehmen
  • (Konfliktsituation),
  • welche Streitpunkte gegeneinander vorgebracht werden,
  • welche Beweggründe die Kontrahenten für ihr Verhalten haben,
  • welche Stufe der Eskalation der Konflikt bereits erreicht hat,
  • wie sich die individuelle Situation der Konfliktgegner darstellt,
  • welche ersten Ansatzpunkte zur Konfliktlösung sich abzeichnen.

2. Lösungssuche

In weiteren Gesprächen wird die Suche nach einer Konfliktlösung in den Mittelpunkt gestellt. Hier sind beispielsweise folgende Fragen an die Beteiligten von zentraler Bedeutung:

  • Was könnte den Konflikt entschärfen oder sogar lösen?
  • Welche Beiträge wollen Sie zur Konfliktlösung leisten?
  • Was wünschen Sie sich vom Konfliktgegner?
  • Könnten Sie sich vorstellen, gemeinsam mit Ihrem Kontrahenten an einer Konfliktlösung zu arbeiten?
  • Wie kann ich als Vorgesetzter Sie bei der Konfliktlösung unterstützen?

Für die Suche nach den konkreten Maßnahmen gilt der Grundsatz: so viel (gemeinsame) Beteiligung der Kontrahenten wie möglich. Dieses Vorgehen gewährleistet, dass die festgelegten Veränderungen zur Lösung des Konfliktes als eigene Vorschläge verstanden werden und somit größtmögliche Zustimmung erfahren.

3. Intervention

Wenn organisatorische Abläufe, Strukturen und Rahmenbedingungen den Konflikt verschärfen, sollten Sie Maßnahmen auf dieser Ebene ergreifen. Sie sind häufig relativ einfach umzusetzen und bringen eine Veränderung der Situation, was sich in der Regel auch sofort positiv auf das Konfliktgeschehen auswirkt. Diese Maßnahmen sollten möglichst in Absprache mit den Kontrahenten ausgewählt werden.

4. Erfolgskontrolle

Häufig werden Sie feststellen, dass der Prozess der Konfliktlösung durch "Versuch und Irrtum" gekennzeichnet ist. Probieren Sie einzelne Maßnahmen aus und bewerten Sie gemeinsam mit den Kontrahenten und anderen Beteiligten, ob sich eine Verbesserung eingestellt hat. Auch wenn der gewünschte Erfolg noch nicht erreicht wurde, finden Sie in der Regel Anhaltspunkte dafür, in welche Richtung die Lösung zu suchen ist.

 

Auch interessant