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Produktion und Förderung

Konjunkturbarometer: Hohe Pachtpreise drücken auf Stimmung

© Rebecca Kopf/agrarheute.com
von , am
14.07.2014

Berlin - Jetzt ist, laut Juni-Konjunkturbarometer, die Stimmung in der Landwirtschaft merklich abgekühlt. Grund für diese Einschätzung sind die Preisentwicklungen bei Milch, Getreide und Rindern.

34 Prozent der Landwirte wollen im zweiten Halbjahr 2014 investieren. © Rkopf/agrarheute.com
Nach den neuesten Ergebnissen aus dem Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) für den Monat Juni hat sich die bisher gute Stimmungslage der deutschen Landwirte merklich abgekühlt. Aktuell ist der Konjunkturindex gegenüber der vorangegangenen Erhebung im März 2014 von 35,1 auf 30,7 Punkte zurückgegangen.
 
Im mittelfristigen Vergleich ist diese Einschätzung nach wie vor relativ gut. Doch die Zukunftserwartungen haben sich bei den Bauern verschlechtert. Im Durchschnitt der Befragten wird ein Wert von 3,18 auf einer Notenskala von eins bis fünf erzielt, der aktuell deutlich schlechter ausfällt als in der März-Erhebung mit 3,09. Hintergrund für diese pessimistischere Einschätzung sind die Preisentwicklungen bei Milch, Getreide und Rindern sowie die Entwicklung der Pachtpreise.

Futterbaubetriebe unsicher

In allen Betriebsformen wird die künftige wirtschaftliche Entwicklung gegenüber der Frühjahrserhebung deutlich schlechter eingestuft. Insbesondere die Futterbaubetriebe nehmen eine stärkere Unsicherheit wahr. Positiv auf die wirtschaftliche Stimmungslage der Landwirte wirken sich die Entwicklungen auf den Schweinemärkten, geringere Betriebsmittelkosten bei Futtermitteln und Energie und vor allem auch die guten Ernteerwartungen aus.
 
Den mit Abstand größten negativen Einfluss auf die Stimmung der Landwirte haben unverändert die Pachtpreise, besonders im Norden Deutschlands. Obwohl die Energiepreise etwas rückläufig sind, wird ihnen ein hoher Kostendruck zugeschrieben, der noch deutlich gravierender eingeschätzt wird als der Kostendruck aus dem Einkauf von Dünge- und Futtermitteln.

Skepsis gegenüber GAP

Die Befragungswerte zur nationalen und EU-Agrarpolitik zeigen eine unverändert deutliche Skepsis der Landwirte. Die Wettbewerbsverhältnisse innerhalb der EU werden auch in der aktuellen Juni-Erhebung weiter kritisch gesehen.
 
Der Anteil investierender Landwirte ist nach den Ergebnissen des Juni-Konjunkturbarometers leicht zurückgegangen. 34 Prozent (%) der Landwirte wollen im zweiten Halbjahr 2014 investieren; vor einen Jahr waren es noch 36 %.
 
Das Investitionsvolumen je Betrieb steigt jedoch deutlich an. Hier der Überblick über gplante Arten und Summen für das kommende Jahr:
  • insgesamt geplant: 6,1 Milliarden Euro (Mrd. Euro), + 0,8 Mrd. Euro
  • Investitionen in Ställe und Stalltechnik: vier Milliarden Euro (+ 0,2 Mrd. Euro)
  • Maschineninvestitionen: 0,9 Mrd. Euro (+ 0,1 Mrd. Euro)
  • Investitionen in Biogas, Fotovoltaik, Windkraft: 0,9 Mrd. Euro, es handelt sich zu einem großen Teil um Ersatzinvestitionen
  • außerlandwirtschaftlichen Investitionen: 0,5 Mrd. Euro

Vierteljährlich ein Stimmungsbild

Der aktuelle Konjunkturindex ist seit der Märzerhebung von 35,1 auf 30,7 Punkte zurückgegangen. © DBV
Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA, des Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer reprä­sentativen Umfrage ermittelt. Dieser Indexwert fasst die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen. Die Landwirte beurteilen ihre aktuelle wirtschaftliche Entwicklung nahezu unverändert. 

Zur aktuellen Befragungsrunde aus Juni 2014 befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer.

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