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Produktion und Förderung

Konjunkturbarometer: Landwirte investieren 2 Milliarden Euro weniger

von , am
14.10.2015

Die Stimmung in der Landwirtschaft hat sich noch weiter verschlechtert. Das geplante Investitionsvolumen für das nächste halbe Jahr beträgt 3,9 Milliarden Euro, zwei Milliarden Euro weniger als noch vor zwei Jahren.

Die Stimmung bei den deutschen Landwirten ist weiter verschlechtert. © DBV
Das Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) vom September zeigt, dass die aktuelle wirtschaftliche Situation der Landwirte sich im September gegenüber Juni erheblich verschlechtert hat. Besonders in den Futterbau-, aber auch in den Veredlungsbetrieben. 
Aktuell ist der Konjunkturindex gegenüber der vorangegangenen Erhebung (Juni 2015) von 20,2 auf 14,7 Punkte deutlich zurückgegangen. Von Ende 2010 bis Mitte 2014 lag dieser Wert stets bei über 30 Punkten, in der Spitze sogar bei 37 Punkten.
Die Preissituation auf Märkten für Milch, Rinder und Schweine hinterlässt hier deutliche Spuren. Relativ niedrige Getreidepreise drücken allerdings auch die Stimmungslage der Ackerbaubetriebe. 

Investitionszurückhaltung bei allen Betriebszweigen

Die Investitionszurückhaltung betrifft alle Betriebszweige. Die aktuell angespannte Liquiditätslage der Agrarbetriebe spiegelt sich in den starken Rückgang der Investitionsbereitschaft der Landwirte wieder. Nach den September-Zahlen fällt das für das nächste halbe Jahr geplante Investitionsvolumen mit 3,9 Milliarden Euro auf einen neuen Tiefpunkt. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum sind das 1,6 Milliarden Euro, im Vergleich mit dem Stand von vor zwei Jahren sind es zwei Milliarden Euro weniger.
  • Wirtschaftsgebäude: Investitionen sind im Jahresvergleich um die Hälfte eingebrochen. Nur 28 Prozent der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren.
  • Ställe und Stalltechnik: Investitionen von 1,7 Milliarden Euro (gegenüber dem Vorjahr minus 1,8 Milliarden Euro).
  • Maschinen: Mit 0,9 Milliarden Euro sind die vorgesehenen Investitionen leicht rückläufig (minus 0,1 Milliarden Euro).
  • Investitionen in Erneuerbare Energien, Biogas, Fotovoltaik und Windkraft steigen dagegen - und zwar von 0,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf aktuell 0,9 Milliarden Euro.

Die Liquiditätslage der Betriebe ist angespannt

18 Prozent der Landwirte geben an, dass die Liquiditätslage ihrer Betriebe angespannt oder sehr angespannt ist. Im Juni waren es noch entsprechend nur 13 Prozent. Jeder vierte Futterbaubetrieb klagt über eine angespannte oder sehr angespannte Liquiditätssituation. Mit entsprechend 19 Prozent ist der Anteil aber auch in den Veredlungsbetrieben relativ hoch.
 
Im Jahresvergleich haben vor allem die Milch-, aber auch die Schweine- und Ferkelpreise die Stimmung der Landwirte eingetrübt, ebenso höhere Futter- und Düngemittelpreise. Die Beurteilung der Ernte fällt deutlich schlechter aus als vor einem Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Entlastungen sehen die Landwirte dagegen vor allem bei den Energiekosten. Etwas günstiger werden die Getreide- und Rinderpreise beurteilt. Unverändert ungünstig werden die politischen Rahmenbedingungen bewertet.

Blick in die Zukunft ist etwas optimistischer

Die Zukunftserwartungen hingegen haben sich gegenüber der Juni-Erhebung etwas verbessert. Bei den Futterbaubetrieben ist ein gewisser Zweckoptimismus unverkennbar ("es kann nicht schlechter werden"). Die Zukunftserwartungen der anderen Betriebsformen bleiben gegenüber dem Sommer 2015 nahezu unverändert. Mit dem Wert von 3,06 wird die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Durchschnitt der Betriebe positiver beurteilt als die aktuelle Lage (3,25 auf der Notenskala von 1 bis 5).
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