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Produktion und Förderung

Konjunkturbarometer: Mieser Milchpreis trübt die Stimmung

von , am
10.07.2015

Die Stimmung in der Landwirtschaft ist getrübt. Ursache dafür sind vor allem die schlechten Milch- und Schweinepreise. Aber auch die kritischen Diskussionen über die Landwirtschaft sorgen für Verunsicherung.

Der Konjunkturindex liegt mit aktuell 20,2 Punkten deutlich unter dem Vorjahresergebnis mit 30,7 Punkten. © DBV
Die aktuellen Ergebnisse des Konjunkturbarometers Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zeigen eine weiterhin schlechte wirtschaftliche Stimmung und einen drastischen Rückgang der Investitionsbereitschaft in der deutschen Landwirtschaft. Hauptgründe für die aktuell verschlechterte Stimmungslage sind die gegenüber dem Frühjahr stark gefallenen Milchpreise sowie niedrigere Ernteerwartungen. Den größten belastenden Einfluss schreiben die Landwirte unverändert hohen Pachtpreisen zu. Aktuell ist der Konjunkturindex gegenüber der vorangegangenen Erhebung im März 2015 von 21,2 auf 20,2 Punkte leicht zurückgegangen. Im Juni 2014 lag dieser Wert noch bei 30,7 Punkten.

Nur 27 Prozent der Landwirte wollen investieren

Nach den Zahlen für den Monat Juni fällt das für das kommende halbe Jahr geplante Investitionsvolumen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um gut ein Drittel oder 2,1 Milliarden Euro geringer aus. Das geplante jährliche Investitionsvolumen als Indikator für die Investitionsbereitschaft der Landwirte geht damit von 6,1 auf 4,0 Milliarden Euro zurück. Nur 27 Prozent der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren; vor einem Jahr waren es noch 34 Prozent. Die Zurückhaltung betrifft alle Investitionsbereiche und Betriebszweige.
 
Soviel wollen die Landwirte noch investieren:
  • Ställe und Stalltechnik:  2,6 Milliarden Euro (gegenüber Vorjahr minus 1,4 Milliarden Euro)
  • Maschineninvestitionen: 0,6 Milliarden Euro (minus 0,3 Milliarden Euro)
  •  Erneuerbare Energien Biogas, Fotovoltaik und Windkraft: 0,6 Milliarden Euro (minus 0,2 Milliarden Euro).
  • außerlandwirtschaftlichen Investitionen:  0,2 Milliarden Euro (minus 0,3 Milliarden Euro). Dabei handelt sich es vornehmlich um Investitionen in Wohngebäude.

Schlechter Milchpreis hinterlässt Spuren

Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation hat sich im Juni weiter verschlechtert, besonders im Osten Deutschlands. Die aktuelle Preissituation am Milchmarkt hinterlässt deutliche Spuren in den Futterbaubetrieben. Ihre wirtschaftliche Situation wird gegenüber dem Frühjahr deutlich schlechter eingeschätzt. Ackerbau- und Veredlungsbetriebe dagegen gehen von einer leicht verbesserten wirtschaftlichen Situation aus.

Landwirte sind verunsichert

Im Jahresvergleich haben vor allem die Milch- und Schweinepreise die Stimmung der Landwirte eingetrübt. Die Erwartungen an die Ernte sind erheblich schlechter als vor einem Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Entlastungen sehen die Landwirte dagegen vor allem bei Treibstoffen und Energie. Schlechter werden die politischen Rahmenbedingungen bewertet. Offensichtlich tragen die anstehende Novellierung der Dünge-Verordnung, die Regelungen zum Mindestlohn, die Bürokratie der aktuellen Agrarreform sowie die kritische öffentliche Diskussion über eine moderne Landwirtschaft derzeit zusätzlich zur Verunsicherung der Landwirte und ihrer starken Investitionszurückhaltung bei.
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