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Produktion und Förderung

Kritik an Werkverträgen in Fleischindustrie

von , am
29.07.2013

Hannover/Berlin - Die große Mehrheit der Arbeiter an Schlachthöfen ist nach Auffassung von Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) über Werkverträge angestellt.

Rund ein Prozent der geschlachteten Kühe waren laut Erhebung trächtig. © Udo Böhlefeld/pixelio.de
"Ich schätze, dass 80 Prozent der Arbeiter in den niedersächsischen Schlachthöfen über Werkverträge eingestellt sind, indirekt haben die großen Fleischkonzerne das auch schon bestätigt", sagte Meyer der "Welt". Seiner Einschätzung nach sehe das in anderen Bundesländern ähnlich aus.
 
Der Tod von zwei rumänischen Leiharbeitern der Papenburger Meyer Werft hatte zu bundesweiten Diskussionen über die Arbeitsbedingungen von osteuropäischen Arbeitern in Deutschland geführt. Die beiden bei einem Subunternehmer der Werft beschäftigten Männer starben bei einem Brand in ihrer Unterkunft an Rauchvergiftungen.

Keine "Schwarze Schafe" mehr

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt inzwischen wegen des Anfangsverdachts des Menschenhandels. Hinweise auf eine Beteiligung der Werft gibt es bislang aber nicht. Als Reaktion auf den Tod der zwei Arbeiter hatte die Werft eine Sozialcharta erstellt. Sie soll Mindeststandards für die Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern sichern. Geschäftsführer Bernard Meyer hatte erklärt, die Charta solle helfen, "schwarze Schafe" bei den Werkvertragsunternehmen auszuschließen.

Minilohn für Wanderleiharbeite

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach forderte unterdessen einen besseren Schutz für Zuwanderer. "Viele Migranten werden in menschenunwürdige Beschäftigung abgedrängt", sagte sie der "Berliner Zeitung". Ausgebeutet würden vor allem Zuwanderer, die über Werkverträge, grenzüberschreitende Leiharbeit oder als Scheinselbstständige ins Land geholt werden. "Was wir hier erleben, ist gut organisierte Lohndrückerei", sagte Buntenbach. Die Stundenlöhne betrügen oft drei oder vier Euro. Viele seien nicht krankenversichert.
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