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Produktion und Förderung

Landesversammlung: Bürokratie und Einkommen im Fokus

von , am
05.12.2014

Die schlechte Einkommenssituation und viel Bürokratie - das waren Kernthemen der Landesversammlung des Bayerischen Bauernverbands. Zu Gast war auch Ministerpräsident Horst Seehofer.

Bauernpräsident Walter Heidl im Gespräch mit Ministerpräsident Horst Seehofer und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. © BBV
"Das russische Handelsembargo für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der EU hat den Markt durcheinander gewirbelt und auch die Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels setzt den Landwirten zu", kritisierte der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl heute bei der Landesversammlung.
 
Die Situation sei trotz guter Erntemengen in vielen Bereichen der Landwirtschaft besorgniserregend. Ein enormer Preisdruck auf die Landwirtschaft erwachse auch aus der Marktmacht großer Lebensmittelhändler. Einer Untersuchung des Bundeskartellamts zufolge sind 85 Prozent des Marktes in der Hand von Edeka, Aldi, Rewe und Lidl. Um landwirtschaftliche Betriebe besser vor der Marktmacht großer Handelskonzerne zu schützen, fordert Heidl "wettbewerbs- und kartellrechtliche Maßnahmen" von der Politik.

Kein 'Strukturwandel durch die Hintertür'

Ein Problem sieht Heidl aber auch in ausufernder Bürokratie: "Immer neue Vorschriften und Kontrollen stellen viele Landwirte vor riesige Herausforderungen." Die Politik dürfe mit praxisfernen Regelungen keine "Struktruwandel durch die Hintertür" in Gang setzen. 
 
Am Nachmittag war Ministerpräsident Horst Seehofer zu Gast auf der Landesversammlung. Um auf die drängendsten Probleme und die zentralen Anlien der bayerischen Bauern aufmerksam zu machen, übergab im Heidl ein großes Buch mit zwölf Kernthemen - vom Arzneimittelgesetz über die Düngeverordnung bis zum Handelsabkommen TTIP.

Wettbewerb 'Bauer sein heißt ...'

Für den Wettbewerb "Bauer sein heißt ..." such der Bayerische Bauernverband, das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt und der Bayerische Rundfunk engagierte Bäuerinnen und Bauern in Bayern, die pfiffige, zukunftsstarke Betriebskonzepte umsetzen. Betriebe können sich direkt bewerben oder auch vorgeschlagen werden. Bewerbungen sind in den folgenden drei Kategorien möglich:
  • Betriebsentwicklung/Betriebskonzepte: Haben Sie ein effizientes Konzept entwickelt, mit dem Sie Ihre Zukunft meistern - ganz klassisch in den angestammten Betriebszweigen (ob im Pflanzenbau oder in der Tierhaltung, zum Beispiel durch Maßnahmen bei Tiergesundheit oder Tierschutz) oder mit einem neuen Standbein, einer Kooperation, einem ungewöhnlichen neuen Betriebszweig?
  • Öffentlichkeitsarbeit: Bauer sein heißt für Sie, sich regelmäßig und vielleicht auch gemeinsam mit Berufskollegen für's Image der Landwirtschaft stark zu machen. Ihnen ist es ein Anliegen, regelmäßig mit Bürgern und Verbrauchern in Kontakt zu sein? Sie haben einen guten Draht zu den örtlichen Schulen, Ihr Bauernhof ist ein "grünes Klassenzimmer"? Sie bieten Einblicke in Ihre nachhaltige Produktionsweise? Oder Sie organisieren ein tolles Ferienprogramm?
  • Soziales Engagement: Bauer sein heißt für Sie, sich in Ihrem Umfeld zu engagieren. Sie bereichern das Dorf-/Gemeindeleben, Sie pflegen die Dorfgemeinschaft, Sie arbeiten beispielsweise mit der örtlichen Behindertenwerkstätte zusammen, Sie bieten benachteiligten Kindern und Jugendlichen Einblick in die Landwirtschaft
Die Jury vergibt Preise im Gesamtwert von 10.000 Euro. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 15. Juni 2015. Mehr Infos zum Wettbewerb finden Sie hier ...
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