Login
Produktion und Förderung

Landjugend: 'Mindestlohn gefährdet Steillagenweinbau'

von , am
19.06.2014

Die Landjugend fordert einer Erhöhung der Steillagenförderung im Weinbau, weil sonst viele Betriebe angesichts des Mindestlohns aufgeben müssten.

Während im "normalen" Weinbau etwa 400 Arbeitsstunden pro Jahr und Hektar gebraucht werden, fallen im Steillagenweinbau rund 1.000 Arbeitsstunden an. © Joujou/pixelio
"Der Mindestlohn wird in Landwirtschaft und Weinbau zu einer weiteren Technisierung führen. Das scheint politisch gewollt", stellt Henrik Schweder, der stellvertretende Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL), fest. "Durch die steigenden Kosten für Arbeitskräfte rentieren sich Maschinen schneller - Melkroboter in der Landwirtschaft, Traubenvollernter im Weinbau…", meint Schweder. 
 
Er schränkt jedoch ein, dass nicht überall Maschinen langfristig Abhilfe schaffen können. Ein besondere Problem bekomme der Steillagenweinbau durch den Mindestlohn, weil eine weitere Mechanisierung aufgrund der besonderen Anforderungen nicht oder nur schwer möglich sei. Während im "normalen" Weinbau etwa 400 Arbeitsstunden pro Jahr und Hektar gebraucht werden, fallen im Steillagenweinbau rund 1.000 Arbeitsstunden an.

'Steillagenweinbau ist in manchen Regionen ein Kulturgut'

Schon jetzt sei der Steillagenweinbau nicht sehr rentabel - trotz bestehender Förderungen, so die Jungwinzer im BDL. Ein Preisausgleich allein über den Markt sei kaum möglich. Doch der Steillagenweinbau sei in bestimmten Regionen ein Kulturgut. "Wenn wir diese Kulturlandschaft erhalten wollen, muss die Steillagenförderung erhöht werden, sonst werden diese Flächen über kurz oder lang nicht mehr bewirtschaftet", macht Henrik Schweder deutlich.
Auch interessant