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Produktion und Förderung

Landkreis Vechta: Bis zu 100.000 Euro für einen Hektar Agrarland

© Mühlhausen/landpixel
von , am
19.06.2013

Vechta - Die Bodenpreise im Landkreis Vechta sind in den vergangenen Jahren exorbitant gestiegen. Kostete ein Hektar Agrarland 2011 noch 48.000 Euro, sind es jetzt bis zu 100.000 Euro.

Bulgarien hat das verlängerte Verbot des Agrarlanderwerbs gekippt. © Mühlhausen/landpixel
Der Landkreis Vechta, geprägt von kargen Sandböden, hat sich von einem Armenhaus Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Boomregion entwickelt.
 
Wie die Geschäftsführerin des Kreislandvolkverbandes Vechta, Silvia Breher, bei der Jahrestagung der Nachwuchsorganisation der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), der Jungen DLG, in Vechta dazu ausführte, fiel der Startschuss für die Veredlung im Oldenburger Münsterland mit dem Anschluss der Region an das Eisenbahnnetz, da mit der Bahn Getreide aus den nahen Seehäfen herbeigeschafft und Schlachttiere in das Rhein- und Ruhrgebiet hätten geliefert werden können.

Kaufpreis steigt von 48.000 auf bis zu 100.000 Euro je Hektar

Die Impulse für die Entwicklung eines starken Agribusiness seien aber aus der Landwirtschaft gekommen, betonte Breher. Dabei sei der Knappheitsfaktor Boden schon immer präsent gewesen und drücke sich heute in nüchternen Zahlen so aus: Der durchschnittliche Kaufpreis für landwirtschaftliche Flächen habe 2011 bei durchschnittlich 48.000 Euro je Hektar gelegen, wobei Höchstgebote auch schon mal in Regionen von 80.000 Euro bis 100.000 Euro pro Hektar reichten.

Pacht um 1.500 Euro je Hektar

Preise für Neuverpachtungen würden im Bereich von 1.500 Euro je Hektar oder darüber liegen. Das wirke zusätzlich als Innovationsmotor. So habe sich in den vergangenen 25 Jahren die Zahl der Schweine auf fast 1,5 Millionen Tiere verdoppelt. Das Überraschende dabei sei, dass trotz der hohen Tierbesatzdichte von mehr als vier Großvieheinheiten (GVE) pro Hektar die Akzeptanz in der Bevölkerung nach wie vor sehr gut sei. Bürgerinitiativen bei Stallbauvorhaben kenne man bislang nicht.

Offener Dialog wichtig

Die Erkenntnis, dass die Veredlungswirtschaft ein wichtiges Wirtschaftsstandbein der Region darstelle und Wertschöpfung generiere, sei tief verankert, berichtete Breher. Darüber hinaus bestehe bei Bauvorhaben ein guter Dialog mit den Kommunen: "Oftmals sind es Falsch- oder Fehlinformationen, die man in einem offenen Dialog ausräumen und so eine eventuelle Verunsicherung der Anwohner ausräumen kann".
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