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Landwirte fragen weniger Förderkredite der Rentenbank nach

Neubau einer Halle
am Freitag, 29.01.2021 - 11:42 (Jetzt kommentieren)

Vor allem in Gebäude und den Kauf von Flächen investierten die Landwirte 2020 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Maschinenfinanzierungen.

Das geht aus den Geschäftszahlen der Landwirtschaftlichen Rentenbank für das Jahr 2020 hervor. Wie das Kreditinstitut heute bekannt gab, gingen die Förderkredite in der Sparte „Landwirtschaft“ vergangenes Jahr um 4,7 Prozent auf 2,07 Mrd. Euro zurück. Ursache waren rückläufige Finanzierungsanfragen für Gebäude und den Flächenkauf. Hingegen fragten die Landwirte mehr Maschinendarlehen nach als im Vorjahr.

Mehr Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen

Das gesamte Fördergeschäft der Rentenbank mit Programmkrediten blieb 2020 dennoch annähernd stabil bei 5,97 Mrd. Euro. Kräftige Zuwächse verbuchte die Bank in ihrer Sparte "Ländliche Entwicklung". Das Neugeschäft stieg um gut 7 Prozent auf 1,87 Mrd. Euro. Dahinter standen insbesondere Infrastrukturmaßnahmen der Landesförderinstitute im ländlichen Raum.

Mit ihrer Fördersparte "Agrar- und Ernährungswirtschaft" richtet sich die Rentenbank an Betriebe, die der Landwirtschaft vor- oder nachgelagert sind. Hier gab das Förderneugeschäft um 7,8 Prozent auf 1,08 Mrd. Euro nach. (1,2 Mrd. Euro).

Neues Fördersparte Forstwirtschaft

In der Sparte "Erneuerbare Energien" blieb das Neugeschäft mit 878 Mio. Euro insgesamt stabil. Einer höheren Nachfrage nach Windkraftfinanzierungen stand ein Rückgang bei Fotovoltaik und Biogas gegenüber.

In der Fördersparte "Forstwirtschaft", die die Rentenbank im Mai 2019 etabliert hatte, betrug das Neugeschäft 76,5 Mio. Euro (25,0 Mio. Euro). Davon entfielen 52,3 Mio. Euro auf die Darlehenskomponente im Rahmen des Förderprogramms Waldwirtschaft des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Steigender Bedarf an Darlehen zur Liquiditätssicherung

Für agrarwirtschaftliche Betriebe, die unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden, öffnete die Rentenbank im März 2020 ihr Liquiditätssicherungsprogramm. Seit April 2020 bietet die Bank im Auftrag zudem verbürgte Darlehen zur Liquiditätssicherung an. Insgesamt vergab die Rentenbank 2020 mit 55,2 Mio. Euro deutlich mehr Liquiditätssicherungsdarlehen als im Vorjahr (10,2 Mio. Euro).

Das vergleichsweise moderate Niveau zeigt nach Einschätzung des Kreditinstituts, dass weite Teile der Land- und Forstwirtschaft die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie besser verkraften als anfangs befürchtet.

Reinhardt: Landwirtschaft ist systemrelevant

Dr. Horst Reinhardt

Insgesamt steigerte deutsche Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum ihr Förderneugeschäft 2020 auf 11,17 Mrd. Euro. Das bedeutet einen Zuwachs von 3,5 Prozent.

"Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Eine sichere Versorgung mit Lebensmitteln ist unverzichtbar - die Landwirtschaft ist systemrelevant", betonte Dr. Horst Reinhardt, Sprecher des Vorstands der Rentenbank. Gleichzeitig könne die Land- und Forstwirtschaft mit moderner, innovativer Technik einen entscheidenden Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. "Dazu sind die Betriebe bereit, wenn die Rahmenbedingungen stimmen." Das belege die immens hohe Nachfrage nach Mitteln aus den beiden Förderprogrammen des Agrarministeriums.

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