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Buchführungsergebnisse

Landwirte haben 2018/19 deutlich weniger Gewinn gemacht

Zwei Hände halten Boden und eine Euro-Münze
am Freitag, 24.04.2020 - 09:48 (Jetzt kommentieren)

Die Gewinne der landwirtschaftlichen Unternehmen sind im vergangenen Wirtschaftsjahr deutlich gesunken.

Wie aus den jetzt vorliegenden Buchführungsergebnissen des Testbetriebsnetzes hervorgeht, brach der Gewinn der Haupterwerbsbetriebe 2018/19 gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf 54.530 Euro je Unternehmen ein. Die Rendite des eingesetzten Kapitals betrug damit nur 1,2 Prozent.

Trotz des deutlichen Rückgangs entsprach der Unternehmensgewinn 2018/19 nahezu genau dem durchschnittlichen Gewinn der fünf vorangegangenen Wirtschaftsjahre.

In die Auswertung des Testbetriebsnetzes gingen die Buchführungsergebnisse von knapp 8.000 repräsentativen Haupterwerbsbetrieben ein. Das freiwillige Netzwerk wird vom Bundeslandwirtschaftsministerium zusammen mit den Ländern organisiert.

Der Ackerbau blieb stabil

Je nach betrieblicher Ausrichtung haben sich die Gewinne der landwirtschaftlichen Unternehmen 2018/19 sehr unterschiedlich entwickelt. Das Dürrejahr 2018 hat beispielsweise im Obstbau zu einem Einbruch des durchschnittlichen Unternehmensgewinns um zwei Drittel auf nur noch 27.189 Euro geführt. Im Ackerbau standen den niedrigeren Erträgen etwas bessere Preise für Getreide und Raps gegenüber, sodass der Gewinn je Unternehmen mit 63.891 Euro um 14 Prozent höher ausfiel als im Vorjahr.

Die Milcherzeuger hatten einen Gewinnrückgang um 29,3 Prozent auf 58.210 Euro zu verkraften. Das Minus fällt jedoch hoch aus, weil im Vorjahr ein deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2013/14 bis 2018/19 liegender Unternehmensgewinn erzielt worden war. Auch im Futterbau folgte auf das gute Ergebnis des Jahres 2017/18 ein Absturz, und zwar um 29,4 Prozent auf 51.681 Euro.

Die Veredlungsbetriebe im Testbetriebsnetz schlossen das vergangene Wirtschaftsjahr im Durchschnitt mit einem Unternehmensgewinn von 48.818 Euro ab, knapp ein Viertel weniger als im Vorjahr.

Großbetriebe im Osten teilweise in den roten Zahlen

Die Auswertung des Testbetriebsnetzes zeigt auch, dass Klein- und Nebenerwerbsbetriebe vom Dürrejahr 2018 zwar härter getroffen wurden als landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe. Den größten Einkommenseinbruch verzeichneten jedoch die ostdeutschen Großbetriebe in der Rechtsform juristischer Personen.

Die Klein- und Nebenerwerbsbetriebe verbuchten 2018/19 im Durchschnitt einen Gewinnrückgang um 24,9 Prozent auf 11.586 Euro je Unternehmen. Die gesamte Kapitalrentabilität dieser Betriebe war, wie schon in den Jahren zuvor, negativ mit -4 Prozent.

Die juristischen Personen in den ostdeutschen Bundesländern erzielten mit 23.628 Euro im vergangenen Wirtschaftsjahr nur noch gut ein Zehntel des Jahresüberschusses vor Steuern aus dem Vorjahr. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wurden im Durchschnitt sogar fünfstellige Fehlbeträge erwirtschaftet.

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