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Landwirtschaftliche Einkommen und Kosten

Landwirte in den USA verdienen richtig viel Geld

Geld und Getreide.
am Freitag, 03.12.2021 - 14:43 (1 Kommentar)

Anders als in Deutschland sind die Einkommen der Landwirte in den USA kräftig gestiegen. So viel Geld haben die Farmer seit 8 Jahren nicht verdient. Obwohl es weniger Subventionen gab. Doch auch die Kosten gingen nach oben. Und nächstes Jahr sieht es nicht so gut aus.

agrareinkommen.

Anders als in Deutschland ist das Einkommen der Landwirte in den USA 2021 deutlich gestiegen. Dazu haben neben den hohen Einnahmen aus dem Ackerbau aber auch die sehr guten Erlöse aus der Schweineproduktion und der Milcherzeugung beitragen.  Anders als hierzulande war die Farmer nicht von der Afrikanischen Schweinepest und Exportverboten gebeutelt.

Hinzu kamen auch hohe staatliche Zahlungen. Auch wenn sie im Vergelich zum Vorjahr geschrumpft sind. Insgesamt sind Einkommen der Farmer nach den Berechnungen des US-Landwirtschaftsministerium (USDA) um fast 20 Prozent gestiegen – auf den höchsten Stand seit 8 Jahren. Das gilt für den Ackerbau ebenso wie für die Tierproduktion.

Allerdings sind auch die Kosten deutlich nach oben gegangen und machen den Landwirten in den USA zunehmend zu schaffen, warnen die Analysten des USDA. Doch alles in allem ist das Bild deutlich positiver als in Deutschland.

Trotz der Störungen durch die Corona-Pandemie spiegelt das höhere Einkommen, ein breites Maß an Gewinnzuwächsen infolge hoher Mais-, Sojabohnen-, Weizen-, Masthähnchen-, Rinder- und Schweinepreise.

Damit verdienen die Farmer in diesem Jahr fast so viel wie im Rekordjahr 2013, teilte das USDA am Mittwoch mit.

Mehr Geld für Getreide und Fleisch

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"Es ist in erster Linie eine Preisgeschichte", sagte USDA-Ökonomin Carrie Litkowski. Die Einnahmen aus Mais, Weizen und Sojabohnen sind um 36 % höher als im Vorjahr, fast ausschließlich aufgrund der höheren Marktpreise, sagte das USDA in seiner Einkommensprognose für das Jahr.

Insgesamt wäre das landwirtschaftliche Nettoeinkommen in diesem Jahr mit 116,3 Milliarden US-Dollar fast doppelt so hoch wie im Jahr 2016, als der Agrarsektor nach dem Zusammenbruch des Rohstoffbooms mit niedrigen Preisen zu kämpfen hatte, sagte das USDA. Die Gesamternteeinnahmen werden voraussichtlich um 35,4 Milliarden US-Dollar (17,9 Prozent) auf 233,0 Milliarden US-Dollar steigen.

Zusammengenommen werden die Einnahmen aus Mais, Sojabohnen und Weizen im Jahr 2021 voraussichtlich um 35,3 Milliarden US-Dollar (36,4 Prozent) zulegen. Die Gesamteinnahmen aus Tierprodukten werden voraussichtlich um 29,3 Milliarden (17,7 Prozent) auf 194,3 Milliarden Dollar nach oben gehen.

Direkte landwirtschaftliche Zahlungen (Subventionen)  der Regierung werden im Jahr 2021 auf 27,2 Milliarden US-Dollar prognostiziert, was einem Rückgang von 18,5 Milliarden US-Dollar (40,4 Prozent) gegenüber 2020 entspricht. Ein Großteil dieses Rückgangs ist auf eine im Vergleich zu 2020 geringere zusätzliche und ad-hoc-Katastrophenhilfe für Landwirte und Viehzüchter bei der Coronavirus-Pandemie und die Schließung des Markterleichterungsprogrammes zurückzuführen.

Kostenexplosion macht sich erst 2022 bemerkbar

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Die landwirtschaftlichen Einkommen dürften 2022 mit dem Ende der Pandemiehilfe und einem anhaltenden Anstieg der Produktionsausgaben jedoch stark zurückgehen, warnte die Denkfabrik FAPRI im September. Eine Reihe von Analysten erwartet ebenfalls, dass die Agrarpreise im Jahr 2022 zurückgehen werden, was die Ernte- und Vieheinnahmen reduzieren wird. Das USDA wird am 4. Februar seine erste Schätzung des landwirtschaftlichen Einkommens für das Jahr 2022 vornehmen.

„Die Inputkosten sind in den letzten Monaten erheblich gestiegen, was wahrscheinlich den Kreditbedarf erhöhen und die Gewinnmargen der Landwirte in Zukunft belasten wird“, sagte die Kansas City Federal Reserve Bank. Die Gesamtproduktionskosten werden im Jahr 2021 voraussichtlich um 29,8 Milliarden US-Dollar (8,3 Prozent) auf 387,6 ​​Milliarden US-Dollar steigen.

Für fast alle Ausgabenkategorien werden höhere Kosten prognostiziert, wobei sich der Zukauf von Futtermitteln und von Nutzvieh offenbar am stärksten verteuert hat.

Das Eigenkapital US-Farmer könnte um 2,8 Prozent auf 2,81 Billionen US-Dollar steigen. Es wird prognostiziert, dass die gesamten Vermögenswerte der Landwirte im Jahr 2021 ebefalls um 2,8 Prozent (nominal) auf 3,26 Billionen US-Dollar zulegen werden: Der Grund ist hauptsächlich der Anstieg des landwirtschaftlichen Immobilienvermögens bzw. der Bodenpreise.  

Die Verschuldung des Agrarsektors soll 2021 nach Einschätzung des USDA um 2,9 Prozent auf nominal 454,1 Milliarden US-Dollar zunehmen. Dabei wird vor allem ein Anstieg der Immobilienverschuldung (Kredite) prognostiziert, während die Nicht-Immobilienverschuldung relativ unverändert bleiben wird. Die Insolvenzraten werden voraussichtlich sogar sinken.

Bodenpreise bis zu 28 Prozent gestiegen

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Die Düngemittelpreise sind in diesem Herbst in die Höhe geschossen und werden wahrscheinlich „mindestens in den nächsten sechs Monaten und mindestens bis zum Frühjahr 2022“ sehr hoch bleiben, sagte der in Denver ansässige Ag-Kreditgeber CoBank.

„Stickstoffproduktionsschocks, knappe globale Lieferungen, steigende Erdgas-Inputkosten und eine stetige Nachfrage treiben die Preise in die Höhe.“ Fast alle Kategorien von Agrarausgaben haben in diesem Jahr zugenommen, teilte das USDA mit.

Die Produktionskosten wurden auf 387,6 ​​Milliarden US-Dollar geschätzt, 8% höher als im Vorjahr und nahe dem Rekordwert von 391 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2014. Die Treibstoff- und Heizölkosten stiegen um 32%, die Futterkosten für Vieh stiegen um 13% und die Kosten für Düngemittel stieg um 12,5%. „Die landwirtschaftliche Bilanz ist stark und bleibt stark“, sagte hingegen die USDA-Ökonomin Litkowski. Das hat eben auch zum verstärkten Kauf von Boden und einem deutlichen Anstieg der Bodenpreise geführt.  

Die Bodenpreise im Mittleren Westen und in den Plains stiegen um durchschnittlich 15%, schreiben Ag-Banker die von den Federal Reserve-Banken in Chicago, Kansas City, Minneapolis und Dallas befragt wurden. Die größten Preissteigerungen beim Boden geb es mit 28 % in Iowa, mit 26 % in Minnesota und mit 23 % in South Dakota.

Hohe Agrarpreise ermutigten die Landwirte, ihre Betriebe über Bodenkäufe auszuweiten, schreiben die Banker. „Gestützt werden die Käufe von Agrarimmobilien durch die Zinssätze für Agrarkredite, die historisch niedrig“, heißt es weiter.   

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