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Steuer und Finanzen

Landwirte verdienen wieder besser

von , am
13.12.2011

Berlin - Nach zwei Krisenjahren sind die Einkünfte deutscher Landwirte wieder gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Situationsbericht hervor. Vor allem für Ackerbauern und Milchviehbetriebe geht es bergauf.

Gut eine Million Arbeitskräfte sind auf deutschen Höfen beschäftigt. © Mühlhausen/landpixel
"Unsere Land- und Agrarwirtschaft hat sich von den Einbrüchen der Finanz- und Wirtschaftskrise vergleichbar zur Gesamtwirtschaft erholt", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, heute bei der Präsentation des Situationsbericht 2011/12.
 
Die Agrarmärkte waren bestimmt durch eine steigende weltweite Nachfrage nach Lebensmitteln. Gleichzeitig gewann die Bioenergie weiter an Bedeutung. Die Zahl der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft stieg 2011 von 648.000 auf 660.000. Im gesamten Agribusiness, einschließlich der vor- und nachgelagerten Bereiche, arbeiten rund zwölf Prozent der Erwerbstätigen Deutschlands, das sind etwa 4,8 Millionen Menschen.

2.520 Euro Verdienst je Familiensarbeitskraft

Die Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2010/11 bezeichnete Sonnleitner je nach Produktionsschwerpunkt und nach Region als sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt der Betriebe betrug 2010/11 das Unternehmensergebnis je Familienarbeitskraft 2.520 Euro brutto im Monat. Der kalkulatorische Vergleichslohn liegt jedoch bei 3.200 Euro im Monat.
 
Plus für Ackerbau- und Milchvieh-Betriebe
 
Vor allem die Betriebe mit Ackerbau und Milchviehhaltung haben sich wirtschaftlich erholen können. Die Ackerbauern verbesserten ihr Unternehmensergebnis in 2010/11 auf 38.500 Euro je Arbeitskraft, die Milchbauern auf 32.300 Euro.
 
Wesentliche Ursache sind höhere Preise bei Getreide und Kartoffeln sowie bei Milch und Milchprodukte gewesen.
 
Weiterer Einbruch bei Veredlungsbetrieben
 
Die Schweine- und Geflügelbetriebe - sogenannte Veredlungsbetriebe - haben aber einen weiteren Einbruch ihrer Unternehmensergebnisse erlitten. Sie erwirtschafteten mit 21.000 Euro je Arbeitskraft gegenüber dem Vorjahr 30 Prozent weniger Gewinn. Im Vorjahr hatten sie bereits ein Minus von zwölf Prozent zu verkraften. Vor allem die Ferkelerzeuger hatten einen deutlichen Rückgang zu verkraften.
 
Die Betriebe mit ökologischem Landbau haben je Arbeitskraft ihr Unternehmensergebnis auf 34.700 Euro verbessern können. Die Weinbaubetriebe weisen in 2010/11 sehr große Differenzen wegen witterungsbedingter regionaler Unterschiede bei der Weinlese 2010 auf. Im Schnitt wurden 24.400 Euro als Unternehmensergebnis je Arbeitskraft erzielt. In den Agrargenossenschaften der neuen Bundesländer hat sich das Unternehmensergebnis plus Personalaufwand auf 34.800 Euro je Arbeitskraft verbessert.
 
Die Nebenerwerbsbetriebe, die ihr Einkommen im Wesentlichen außerhalb der Landwirtschaft erzielen, verbesserten ihr Unternehmensergebnis auf 6.400 Euro. Rund 50 Prozent der Betriebe in Deutschland werden im Nebenerwerb bewirtschaftet.
 
Produktionswert auf Rekordniveau
 
Für die landwirtschaftliche Gesamtrechnung stellte Sonnleitner fest, dass 2011 der Produktionswert der Landwirtschaft auf einen neuen Rekordwert von fast 52 Milliarden Euro gestiegen sei. Das entspräche einem Plus von zwölf Prozent. Auf der anderen Seite seien die Kosten gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro gestiegen. Sonnleitner forderte als Konsequenz aus den starken wirtschaftlichen Schwankungen, dass die Landwirte in guten Wirtschaftsjahren eine steuerfreie Rücklage bilden können, die sie in schlechten Jahren wieder versteuert auflösen. Dies sorge für Liquidität in den Betrieben.
 
2012: Stabile Aussichten

"Für 2012 erwarten wir eher eine leichte Eintrübung der aktuellen wirtschaftlichen Situation. Wenn es keine Überraschungen bei der Weltkonjunktur gibt, sollten die Agrarmärkte und letztlich auch die Verbraucherpreise relativ stabil bleiben", prognostisierte Sonnleitner.

Situationsbericht: Daten im Detail

Der neue Situationsbericht 2011/12 kann ab sofort bestellt werden. Auf 296 Seiten und mit 309 Grafiken wird die wirtschaftliche Entwicklung der Land- und Agrarwirtschaft umfassend analysiert. Ein besonderer Schwerpunkt sind die aktuellen Daten der Landwirtschaftszählung 2010. Darüber hinaus greift der Situationsbericht viele aktuelle Themen auf, darunter die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2013, die Bioenergie und den Flächenschutz. Die Broschüre beschreibt zudem die Einordnung der Land- und Ernährungswirtschaft in die Gesamtwirtschaft und in die internationalen Agrarmärkte. Auch die aktuellen Buchführungsergebnisse der landwirtschaftlichen Betriebe werden dargestellt.
 
Der Bericht kann gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro online unter www.situationsbericht.de bestellt werden. Außerdem sind dort alle Inhalte der Broschüre abrufbar.
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