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Steuer und Finanzen

Landwirte verdienen um knapp 14 Prozent mehr

© agrar-press
von , am
19.06.2012

Luxemburg - Landwirte innerhalb der EU haben ihren Verdienst 2011 im Schnitt um sieben Prozent gesteigert. Deutschland rangiert mit 13,7 Prozent im Mittelfeld.

Bevor betriebswirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden, muss die Ist-Situation analysiert werden. © Mühlhausen/landpixel
Die landwirtschaftlichen Einkommen pro Arbeitskraft sind 2011 in der EU um 7,1 Prozent (%) angestiegen. 2010 lag der Einkommenszuwachs noch bei 13%, wohingegen 2009 die europäischen Landwirte einen Verlust von elf Prozent hinnehmen mussten. Deutschland rangiert mit einem Anstieg der Einkünfte von 13,7% in der Mitte der EU-Mitgliedstaaten.
 
Vom Zuwachs im Jahr 2011 profitierten vor allem osteuropäische Länder, berichtet Eurostat anlässlich der zweiten Schätzung für die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (LGR) in Luxemburg So stieg der Einkommenszuwachs pro Arbeitskraft im Rumänien um 57 % und in Ungarn um 50 %.
 
Die einzelnen Preise für landwirtschaftliche Produktionsgüter entwickelten sich folgendermaßen (durchweg im Plus):
  • Getreide 18 %
  • Ölsaaten 16 %
  • Kartoffeln 6 %
  • Milch 8 %
  • Fleisch zwischen 6 % und 10 %.
Lediglich die Preise von Obst und Gemüse fielen um zehn Prozent.

Die Details

Der Wert der pflanzlichen Erzeugung mit einem Anteil von 52,8 Prozent an der Gesamtleistung stieg gemessen an den Grundpreisen um sieben Prozent. Die tierische Erzeugung wuchs um 8,2 % und hält sich bei 40 % der Gesamtleistung. Landwirtschaftliche Dienstleistungen stiegen leicht um 0,7 %.
 
2011 erhöhte sich der Wert an Vorleistungen um 9,4%. Grund dafür ist eine Kombination aus höheren Preisen (+8,8%) und einem leichten Mengenanstieg (+0,5%). Ausschlaggebend waren vor allem Wertsteigerungen für
  • Düngemittel und Bodenverbesserer (+25,1%)
  • Futtermittel (+15,2%)
  • Energie und Schmierstoffe (+12,4%).
Ein Rückgang von -12,4% gegenüber 2010 wurde für Finanzvermittlungs-Dienste festgestellt.

Arbeitseinsatz sinkt

Der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz verringerte sich 2011 im Vergleich zum Vorjahr EU-weit um 2,7 %. Während in 21 Mitgliedstaaten ein Rückgang zu beobachten war und fünf Länder nahezu stabil blieben, erhöhte sich der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz nur in der Slowakei um 7,9%. Länder mit den größten Abnahmen waren Bulgarien (-9,3%), Belgien (-6,9%) und Rumänien (-6,7%). 
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