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Produktion und Förderung

Landwirtschaft steigerte Umsatz 2011 um zwölf Prozent

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von , am
17.01.2012

Berlin - Die Tierhaltung ist mit einem Anteil von 46 Prozent des Umsatzes ein wichtiges Standbein des deutschen Agrarsektors. Die Milchbauern erwirtschafteten dabei den größten Teil.

In der Rinderhaltung lässt sich Energie besonders im Bereich der Milchviehhaltung einsparen. Melkanlage, Kühlung und Reinigung bieten hier Potential. © landpixel
Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft hat im Jahr 2011 voraussichtlich rund 52 Milliarden Euro erreicht. Nach etwas über 46 Milliarden Euro 2010 erhöhte sich der Umsatz damit um gut 12 %. Gleichzeitig sind allerdings die Kosten der landwirtschaftlichen Betriebe um mehr als 4 Milliarden Euro oder 13 % auf über 36 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Deutsche Bauernverband (DBV) mit. Damit haben sich die Entwicklungen an den globalen Agrarmärkten auch in der BRD niedergeschlagen.
 
Verbesserte Erzeugerpreise
 
Gründe für die positive Entwicklung des Umsatzes im Jahr 2011 seien die verbesserten Erzeugerpreise, aber auch die wachsenden Marktanteile der deutschen Landwirtschaft in der EU, betonte der DBV. Etwa die Hälfte ihres Umsatzes (26,1 Milliarden Euro) erzielten die Landwirte statistisch auf dem Acker mit pflanzlichen Produkten. Weitere 23,8 Milliarden (Anteil 46 %) wurden sozusagen im Stall erzeugt, wobei die Milchbauern den höchsten Anteil mit 10,4 Milliarden Euro erzielten, gefolgt von den Schweine haltenden Betrieben mit 6,2 Milliarden. Die Schweinemast und besonders die Ferkelerzeugung war 2011 jener Betriebszweig der deutschen Landwirtschaft, in dem Kostensteigerungen vor allem bei Futtermitteln und Energie erheblich höher ausfielen als die am Markt erzielten Umsätze. Gut 2 Milliarden Euro setzten die Bauern im vergangenen Jahr mit Dienstleistungen um.
 
Deutlicher Strukturwandel in der Tierproduktion
 
12,8 Millionen Rinder stehen derzeit in den Ställen der deutschen Landwirtschaft, noch im Jahr 2000 waren es 14,5 Millionen.  Laut DBV werden heute gegenüber 2000 mit 26,5 Millionen Stück etwas mehr Schweine (+4 %) und auch mehr Geflügel (+5 %) gehalten. Die Schafbestände haben dagegen um 14 % abgenommen. Die Anzahl der tierhaltenden Betriebe ist jedoch zurückgegangen. Allein von 2007 bis 2010 haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 22.300 Betriebsleiter oder 9 % die Tierhaltung aufgegeben. 2010 hielten aber immer noch 216.100 Landwirte von den insgesamt 301.000 Betrieben in Deutschland Nutztiere. Der stärkste Rückgang unter den tierhaltenden Betrieben wurde in der Schweinehaltung registriert, wo sich die Zahl um 14.200 oder 19 % von 2007 bis 2010 verringerte.
 
Der deutliche Strukturwandel in der Tierhaltung ging mit erheblichen Investitionen und einer Aufstockung der Bestände in den verbleibenden Betrieben einher. Bei der Rinderhaltung beträgt der Anteil der Betriebe mit mehr als 100 Tieren heute rund 27 %. Zwei Drittel der in der BRD erzeugten Milch stammen mittlerweile von Höfen mit 50 und mehr Kühen. Bei der Schweinehaltung werden Investitionstätigkeit und Spezialisierung noch deutlicher: 64 % aller in Deutschland gehaltenen Schweine werden in Betrieben mit mehr als 1.000 Tieren gehalten. Im Vergleich mit anderen Ländern in der EU und Übersee sei die deutsche Tierhaltung von der Betriebsstruktur "nach wie vor bäuerlich und mittelständisch geprägt", stellte der DBV fest.

Milchwirtschaft: Ist Deutschland fit für den internationalen Handel?

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