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Produktion und Förderung

Landwirtschaftliche Investoren gewinnen an Bedeutung

© VRD/fotolia
von , am
08.04.2013

Berlin/Braunschweig - Generationswechsel oder akuter Geldbedarf sind die häufigsten Fälle, in denen Investoren bei landwirtschaftlichen Betrieben ins Spiel kommen. Meist streben sie die Mehrheit im Unternehmen an.

In Mecklenburg-Vorpommern sollen 13 % der landwirtschaftlichen Betriebe Förderung für Investitionen erhalten. © Mühlhausen/landpixel
Wie aus einem Bericht des Ressorts für die Agrarministerkonferenz in der kommenden Woche in Berchtesgaden hervorgeht, stehen vor allem Ackerbaubetriebe im Fokus von Kapitalanlegern. Die Basis dafür liefert eine Studie des Thünen-Instituts.
 
Zumindest mittelfristig strebten die in der Regel nach der Mehrheit in den betreffenden Unternehmen. Dabei seien eingetragene Genossenschaften strukturbedingt weniger geeignet für einen Anteilskauf als GmbHs.

Einstieg außerlandwirtschaftlicher Investoren

Wie laut Ministerium aus der im Entwurf vorliegenden Studie weiter hervorgeht, erfolge der Einstieg oder die Übernahme durch Investoren häufig im Rahmen eines anstehenden Generationswechsels in der Führungsebene sowie bei akutem Kapitalbedarf aufgrund wirtschaftlicher Schwäche oder zur Realisierung größerer Finanzierungserfordernisse wie Landkauf, Investitionen und Abfindungszahlungen.
 
Die Vermögenskonzentration in vielen Agrarunternehmen sei mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die Übernahme von derartigen Betrieben oder von erheblichen Anteilen außerhalb der familiären Erbfolge im Regelfall nur für externe Personen mit hoher Finanzkraft möglich sei, so ein weiteres Ergebnis der Braunschweiger Untersuchung, die auf Expertengesprächen und regionalen Fallstudien beruht.

Positive und negative Effekte

Das Agrarressort vermeidet eine Bewertung dieser Entwicklung und verweist stattdessen auf positive und negative Aspekte. So gingen Anteilskäufe und Übernahmen zumeist einher mit einer verstärkten Investitionstätigkeit und einer höheren betrieblichen Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen Unternehmen.
 
Demgegenüber macht die Studie dem Ressort zufolge auch auf kritisch zu beurteilende Effekte wie Spezialisierungstendenzen, eine zunehmende Rationalisierung und oftmals auch einen Abbau von Arbeitskräften aufmerksam.

Auch erfolgreiche Landwirtschaftsunternehmen beteiligt

Generell sieht das Ministerium in dem verschärften Wettbewerb um Eigentum und Flächenbewirtschaftung einen allgemeinen Trend in der Landwirtschaft, an dem nicht nur landwirtschaftsfremde Investoren, sondern auch viele erfolgreiche landwirtschaftliche Unternehmen aktiv teilnähmen.
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