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Krankenversicherung

Landwirtschaftliche Krankenkasse erstattet Prämie nur noch auf Antrag

Ein Patient und seine Ärztin im Gespräch
am Mittwoch, 19.08.2020 - 08:42 (Jetzt kommentieren)

Wer die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) ein Jahr lang nicht in Anspruch nahm, kann eine Prämienerstattung erhalten, aber nur gegen Antrag.

Wie die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) mitteilte, erhalten Mitglieder der LKK ein Zwölftel der im vorigen Jahr an die Krankenkasse gezahlten Beiträge zurück, wenn sie in diesem Kalenderjahr keine Leistungen in Anspruch genommen haben. Anders als bisher erfolgt die Prämienerstattung aber nicht mehr automatisch. Grund ist eine Änderung der Satzung der Krankenkasse zum 1. Januar 2019.

LKK-Mitglieder, die für 2020 eine Prämienzahlung in 2021 erhalten wollen, müssen bis zum 30. September 2020 bei der LKK eine Teilnahmeerklärung zum Wahltarif abgeben. 

Dies gilt allerdings nur, wenn Sie bisher noch keine Teilnahmeerklärung abgegeben haben. Wurde in 2019 bereits eine Teilnahmeerklärung abgegeben, so wird diese automatisch ein Jahr verlängert, sofern diese nicht gekündigt wurde.

Wie lauten die Voraussetzungen für eine Prämienerstattung?

Voraussetzung für ein Prämienerstattung ist, dass Sie im vergangenen Kalenderjahr länger als drei Monate bei der LKK versichert waren. Sie und ihre über 18 Jahre alten mitversicherten Angehörigen dürfen in dem Kalenderjahr keine Leistungen in Anspruch genommen haben. 

Die Teilnahme am Wahltarif beginnt mit Zugang der Teilnahmeerklärung und gilt ab dem Beginn des Kalenderjahres, in dem die Teilnahmeerklärung abgegeben wurde, frühestens jedoch mit Beginn der Mitgliedschaft.

Bei Eingang der Teilnahmeerklärung zwischen dem 1. Oktober und 31. Dezember eines Jahres beginnt die Teilnahme immer am 1. Januar des Folgejahres.

Die Teilnahme am Wahltarif beginnt mit Zugang der Teilnahmeerklärung und gilt ab dem Beginn des Kalenderjahres, in dem die Teilnahmeerklärung abgegeben wurde, frühestens jedoch mit Beginn der Mitgliedschaft. 

Welche Fristen gelten?

Die Mindestbindungsfrist der Teilnahmeerklärung beträgt nach Angaben der SVLFG ein Jahr. Die Teilnahmeerklärung kann seitens des Mitglieds mit einer Frist von drei Monaten zum Ablauf eines Kalenderjahres schriftlich gekündigt werden. 

Eine Kündigung vor Ablauf der Mindestbindungsfrist ist nicht möglich. Sofern keine Kündigung zum Ablauf eines Kalenderjahres erfolgt, verlängert sich die Teilnahme am Wahltarif Prämienzahlung um jeweils ein Jahr.

Kann ich dennoch zur Vorsorge?

Sämtliche ärztliche oder zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind, dürfen LKK-Mitglieder in Anspruch nehmen, ohne dass die Prämienzahlung gestrichen wird.

Auch die Inanspruchnahme von Leistungen zur Primärprävention, Schutzimpfungen, Leistungen zur Verhütung von Zahnerkrankungen, medizinische Vorsorgeleistungen (mit Ausnahme ambulanter Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten), Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft sowie Leistungen zur Früherkennung von Krankheiten wie Krebsvorsorge, Herz-Kreislauf-Check-up und Kindervorsorgeuntersuchungen sind für die Prämienzahlung unschädlich.

Mitversicherte Kinder unter 18 Jahren sind ausdrücklich von dieser Regelung ausgeschlossen, das heißt der Besuch beim Kinderarzt schmälert nicht die Prämienzahlung.

Mit Material von SVLFG
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