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Statistik 2015

Landwirtschaftliches Einkommen in Deutschland um 37,6% gesunken

eurostat/bes
am
16.12.2015

Im Vergleich zum Vorjahr ist das landwirtschaftliche Realeinkommen 2015 in der EU um 6% gesunken. Der stärkste Rückgang war in Deutschland. Ein Minus von 37,6% mussten hier die Arbeitskräfte hinnehmen.

Ersten Schätzungen zufolge ist das landwirtschaftliche Realeinkommen in der Europäischen Union (EU) im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 6,0% gesunken, während der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz um 1,8% zurückgegangen ist. Als Ergebnis dieser Entwicklungen ist das landwirtschaftliche Realeinkommen je Arbeitskraft in der EU im Jahr 2015 um 4,3 % gesunken.

Das landwirtschaftliche Realeinkommen je Arbeitskraft ist im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr in dreizehn EU-Mitgliedstaatengestiegen und in fünfzehn gesunken ist, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß. Diese Informationen stammen aus ersten Schätzungen, die von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, herausgegeben werden. Sie basieren auf Daten, die von den nationalen Behörden der EU-Mitgliedstaaten bereitgestellt werden.

Höchster Anstieg in Kroatien, stärkster Rückgang in Deutschland

Die höchsten Anstiege des landwirtschaftlichen Realeinkommens je Arbeitskraft im Vergleich zum Vorjahr erwarten:

  • Kroatien: +21,5%
  • Lettland: +14,3%
  • Griechenland: +12,1%
  • Frankreich: +8,8%
  • Italien: +8,7%.

Die stärksten Rückgänge erwarten:

  • Deutschland: -37.6%
  • Polen: -23,8%
  • Luxemburg: -20%
  • Dänemark: -19,7%
  • Vereinigtes Königreich: -19,3%
  • Rumänien: -19,2%

Schätzungen zufolge verringerte sich das landwirtschaftliche Realeinkommen je Arbeitskraft in der EU von 2010 bis 2015 um 5,7%.

In diesem Zeitraum stieg das landwirtschaftliche Realeinkommen je Arbeitskraft in zehn Mitgliedstaaten, insbesondere in Italien, der Tschechischen Republik, Bulgarien und Irland, während in achtzehn MitgliedstaatenRückgänge verzeichnet wurden. Die stärksten Rückgänge wurden in Finnland, Deutschland, Rumänien, Polen, Malta und Luxemburg registriert .

Produktionswert von Zuckerrüben am stärksten rückgängig

Schätzungen zufolge fiel der Wert der landwirtschaftlichen Produktion in der EU im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr nominal um 2,5 % . Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass der Produktionswert tierischer Erzeugnisse deutlich, um 5,9 % und der Produktionswert pflanzlicher Erzeugnisse geringfügig, um 0,3% zurückging, während gleichzeitig die Vorleistungskosten um 2,4% sanken.

Der Rückgang des Produktionswertestierischer Erzeugnisse ist hauptsächlich auf eine Abnahme des Produktionswertes von

  • Milch: - 14,9% und
  • Schweinen: - 8 ,9% zurückzuführen,

die nur teilweise durch einen Anstieg des Produktionswertes von

  • Rindern: + 4,3 % ,
  • Schafen und Ziegen: +3,2%,
  • Eiern: +2,1% und
  • Geflügel: +1,1% ausgeglichen wurde.

Bei den pflanzlichen Erzeugnissen wurde der Rückgang des Produktionswertes von

  • Zuckerrüben: - 26,0%,
  • Körnermais:  - 24,5%,
  • Futterpflanzen: - 7,6%,
  • Ölsamen und ölhaltigen Früchten: - 5,3%,
  • Gerste: - 1,8%
  • Weizen und Dinkel:  - 0,6%

durch den Anstieg des Produktionswertes von

  • Olivenöl: +13,3%,
  • frischem Gemüse: +12, 1 %,
  • Obst: +7,3% und
  • Wein: +2,5%

nahezu ausgeglichen. Der Rückgang des Produktionswertes von Zuckerrüben und Körnermais stand im Zusammenhang mit der Dürre, von der einige Mitgliedstaaten im Sommer betroffen waren .

Schätzungen zufolge fielen die Vorleistungskosten in der EU um - 2,4 % , hauptsächlich infolge einer deutlichen Abnahme der Kosten für Energie und Schmierstoffe um - 10,1 % sowie für Futtermittel um - 3,7 % . Der Preisrückgang von Futtermitteln als Produktionsfaktor spiegelt den Rückgang der Erzeugerpreise mehrerer Getreidearten wider.

 

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