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Produktion und Förderung

LBV Brandenburg sieht Defizite bei Agrarumweltmaßnahmen

von , am
23.05.2014

Potsdam - Das Agrarministerium Brandenburg hat Klartext zu den Förderrichtlinien für Agrarumweltmaßnahmen während der neuen Förderperiode gesprochen. Der Bauernverband sieht Defizite.

Bayern: 73 Euro mehr ab 2015 für die Beibehaltungsprämie. © s.media/pixelio.de
Kathrin Schneider, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, informierte das Präsidium des Landesbauernverbandes über die Ausrichtung der brandenburgischen Agrarumweltmaßnahmen in der neuen Förderperiode. Neben einigen positiven und deutlich verbesserten Angeboten, wie gezielten Hilfen für die Schäfer und einer Aufstockung der bislang niedrigen Förderung des ökologischen Landbaus, sieht der Landesbauernverband (LBV) Defizite, wenn es um die Förderung der Biodiversität auf Ackerflächen geht.
 
Etwa 3/4 der landwirtschaftlichen Fläche in Brandenburg sind nach Verbandsangaben Ackerland und durch das Fehlen entsprechender Angebote von jeglichen Agrarumweltmaßnahmen so gut wie ausgeschlossen. So fehle eine Förderung des Zwischenfruchtanbaus, mit der positiven Wirkung auf Biodiversität, Humusbildung und Klimaschutz ebenso, wie ein Blühstreifenprogramm.

Anlage von Blühstreifen

Die Anlage von Blühstreifen, die auch von den Imkern gerne gesehen wird, ist in besonderem Maße der biologischen Vielfalt zuträglich. Zudem wäre dies die Chance gewesen, Rückzugsgebiete für Kleinwild zu schaffen, die Gefahr der Bodenerosion zu verringern und bei großen Schlägen die Bejagung von beispielsweise Schwarzwild zu erleichtern.
 
"Angesichts dieser vielfältigen positiven Wirkungen ist es unverständlich, dass diese Maßnahmen nicht aufgelegt werden", kritisiert der Bauernverband. Stattdessen konzentriere sich das Land einseitig auf die Grünlandextensivierung mit teils sehr kleinteiligen Maßnahmen, die kostenintensive Kontrollmechanismen erfordern.

Extensive Grünlandnutzung

Sven Deter, LBV-Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Ostprignitz-Ruppin, empfindet zudem die Beschränkung der extensiven Grünlandförderung auf einzelne Regionen als "Ohrfeige" für alle Weidetierhalter und eine Katastrophe für die biologische Vielfalt auf den Weideflächen.
 
"Dann braucht sich später niemand wundern, wenn die Mutterkuhhalter ihre Kühe von der Weide verkaufen und dafür dann die ungeliebten Masthähnchenställe bauen, um so Erlöse zu erzielen." Die einseitige Ausrichtung der Agrarumweltmaßnahmen auf bestimmte Grünlandgebiete habe es in der Vergangenheit aus gutem Grunde nicht gegeben. Die Möglichkeiten, die sich auf dem Acker bieten, werden völlig ignoriert, kritisiert der LBV.

Beibehaltung der Ausgleichszulage

Als positiv bewertet man hingegen die Beibehaltung der Ausgleichszulage für die benachteiligten Gebiete. Udo Folgart, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, hob die Bedeutung der Ausgleichszulage für Brandenburg hervor. "Die Landwirte in der Brandenburger Streusandbüchse sind benachteiligt und müssen niedrigere Erträge als ihre Berufskollegen hinnehmen, die auf besseren Böden wirtschaften. Die hiesigen Landwirte haben damit erhebliche Wettbewerbsnachteile, die nun weiterhin zumindest teilweise ausgeglichen werden", so Folgart.
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