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Wege durch die Krise

Liquiditäts-Engpass? 9 Tipps, wie Sie ihn überstehen

© Hans Jörg Nisch
von , am
25.02.2016

Niedrige Milch-, Schweine und Getreidepreise - schwierige Zeiten für viele Betriebe. Jetzt spielt die Liquiditätsplanung eine entscheidende Rolle. Das können Sie bei einer Finanzkrise tun:

Bevor betriebswirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden, muss die Ist-Situation analysiert werden. © Mühlhausen/landpixel
Die finanzielle Situation vieler Betriebe ist in den letzten Monaten spürbar angespannter geworden. Um in volatilen Märken mit ungewisser Richtung nicht in Finanzierungsprobleme zu geraten, sollten sich Betriebsleiter nun verstärkt mit der Liquiditätsplanung auseinandersetzen, empfiehlt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

1. Planung der Liquiditätsentwicklung

Mit einer negativen Veränderung der Liquiditätssituation ist es ratsam die betriebliche Liquiditätsentwicklung sorgsamer zu planen. Dieses kann selbst oder unter Hinzuziehung eines betriebswirtschaftlichen Beraters erfolgen. Hierzu werden alle Zahlungsströme des Betriebes monatsweise abgebildet. Die Liquiditätsplanung stellt bei der Betriebsführung ein zentrales Steuerungsinstrument dar, das in schwierigen Situationen wertvolle Hinweise liefert. Hierbei sind folgende Punkte herauszustellen:
  • Wie ist die Tendenz über 12 Monate?
  • Welche Monate sind kritisch?
  • Welchen Finanzierungsrahmen benötige ich?
  • Wann besteht ein Liquiditätsüberschuss?

2. Auf pünktliche Bezahlung drängen

Es sollte darauf geachtet werden, dass ausstehende Einnahmen zeitnah erfolgen. Gerade bei erbrachten Lohnarbeiten ist es in der Praxis häufig, dass die Bezahlung der Leistungen erst deutlich zeitversetzt erfolgt. Drängen Sie auf pünktliche Bezahlung.

3. Ernte zeitnah vermarkten

Zudem sollten Sie bei knapper Liquidität und entsprechenden Kapitalkosten ihre Ernte möglichst zeitnah vermarkten. Hier gilt insbesondere die bekannte Regel "Liquidität geht vor Rentabilität", zumal die Hoffnung auf höhere Preise generell unsicher ist.

4. Gespräch mit Steuerberater

Bei sich andeutenden rückläufigen Gewinnen sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Steuerberater suchen um zu erörtern, ob es Möglichkeiten gibt die Steuervorauszahlungen zu reduzieren und ob dies sinnvoll ist. Mecklenburg-Vorpommern bietet die Möglichkeit einer Stundung der Steuerzahlungen.

5. Investitionen verschieben

Investitionen sollten, sofern nicht zwingend erforderlich, verschoben werden, wenn sich die Liquiditätssituation spürbar verschlechtert. Allerdings trifft dieses nur auf kleine Wachstumsinvestitionen oder Ersatzinvestitionen zu, die im Wesentlichen aus Eigenkapital finanziert werden sollen. Unberührt von der gegenwärtigen marktbedingten Liquiditätsentwicklung sollten die strategischen Wachstumsüberlegungen bleiben. Bis zur Realisierung von z. B. einem Stallneubau kann sich die Marktlage schon wieder signifikant geändert haben.

6. Waren- und Kreditgeschäft trennen

Ebenfalls unabhängig von der Liquidität sollte die Betriebsmittelbeschaffung betrieben werden. Die Betriebsmittel sollten unabhängig von Zahlungsmodalitäten beschafft werden, der Schwerpunkt sollte auf den Konditionen für die Waren liegen. Der Bank kommt dabei die Rolle des Finanziers zu. So ist im Regelfall in jeder Situation die Möglichkeit Skonti zu ziehen empfehlenswert. Diese bieten für eine frühere Zahlung von wenigen Wochen einen Preisnachlass von 1 bis 2 %. Betriebsmittel in der kurzfristigen Finanzierung über Kontokorrent oder ein Betriebsmitteldarlehen kosten bank- und bonitätsabhängig gegenwärtig allerdings in der Regel nur zwischen 4 und 12 % p.a.

7. Rechtzeitig Kontakt zur Bank aufnehmen

Eine zentrale Rolle spielt die Anpassung des betrieblichen Finanzierungsrahmens. Hier werden in der Praxis oft Fehler gemacht. Anstatt rechtzeitig den Kontakt mit der Bank zu suchen und über eine Ausweitung der Betriebsmittelfinanzierung zu sprechen, findet dieses oft erst notgedrungen statt, wenn Überziehungen aufgelaufen sind. Dabei verschlechtern Kontenüberziehungen das Rating spürbar. Hier unterscheidet sich das kaufmännische Können der Betriebsleiter deutlich. Ratsam ist es daher auf Grundlage der Liquiditätsplanung die Finanzierungslinie an zukünftige Gegebenheiten anzupassen. Hierbei sollten Sie der finanzierenden Bank auch erläutern auf welche Ursachen dieses zurückzuführen ist:
 
Erhöhter Liquiditätsbedarf in Folge von:

1. Wachstum
2. niedrigen Preisen
3. strukturellen Problemen

8. Die richtige Kommunikation mit der Bank

Diese Gründe für erhöhten Liquiditätsbedarf unterscheiden sich in ihrer Bewertung fundamental. Bei Vorliegen der ersten beiden Gründe sollte der Bank gegenüber mit Nachdruck erläutert werden, dass keine strukturellen Gründe der Auslöser sind. Das Wachstum finanziert werden muss erscheint plausibel. Auch ein erhöhter Liquiditätsbedarf in Folge rückläufiger Preise lässt bei sonst geordneten Verhältnissen oft die Ausweitung der Finanzierungslinie zu. In diesem Zusammenhang sollten auch Überlegungen zur Rentabilität des Betriebes angestellt werden und wie bei durchschnittlichen Preisen die Linie wieder reduziert werden kann. Aber auch wenn strukturelle Gründe verantwortlich sind, so sollte man sich dem stellen. Häufig ist zu beobachten, dass hier von den Betroffenen nach Ausreden gesucht wird. Dieses ist kontraproduktiv, da mit der Zeit die Probleme im Regelfall zunehmen und die Handlungsbereitschaft der Banken häufig abnimmt.
 

9. Umschuldung in Betracht ziehen

Lassen sich in sehr guten Jahren hohe Kapitaldienst in Folge zu kurz gewählter Finanzierungslaufzeiten noch schultern, so erfolgt bei schwacher Liquiditätslage dieses nun über den Aufbau kurzfristiger Verbindlichkeiten mit weitaus höheren Zinssätzen. Wird dieses festgestellt, so sollte dringend gehandelt werden und mit der Bank über eine Umschuldung gesprochen werden. Diese reduziert über längere Laufzeiten den Kapitaldienst in einen leistbaren Bereich und wandelt teure kurzfristige Verbindlichkeiten wieder in günstigere langfristige Verbindlichkeiten um.
 

'Traktorspinner' unterwegs: Eine Traktor-Reise in Bildern

Kurt hat es geschafft! Er und sein Traktor haben es bis nach Mallorca geschafft. Hier posiert der Traktorspinner vor einer der typischen mallorcinischen Windmühlen. © dlv
Der Traktorspinner hat die Pyrenäen erreicht. "Hier bin ich am Pass Port-de-la-Bonaigue auf 2072 Meter." © dlv
Immer wieder sprechen den Traktorspinner Leute an und bieten ihm einen Schlafplatz an. Auf einem Aldi-Parkplatz hat ein Landwirt Kurt auf seinen Hof eingeladen. © dlv
Auf seiner Reise passierte Kurt viele Weinberge und kostete die süßen Trauben. © dlv
Warten auf die Fähre nach England - hier im Hafen von Calais. Die erste große Etappe ist fast geschafft! Steam Fair, ich komme! © dlv
In Südengland passiert Kurt viele dieser schönen alten Backsteinhäuser. "Immer wenn ich stehen blieb, kamen die Leute heraus und begrüßten mich sehr freundlich." © dlv
Der 1. Etappensieg! Kurt hat sein erste großes Ziel erreicht! Die Internationale Dampfmaschinenmesse in Dorset. Er ist überglücklich und schließt dort Ehefrau Elinor und seine Schwägerin Marianna in die Arme. © dlv
Kurt und sein Traktor machten sich beim Messeaufbau nützlich. Er zog mit seiner Anhängerkugel eine Fish-and-Chips-Bude über den vom Regen durchweichten Boden. © dlv
Und natürlich traf er dort auch noch viele andere Traktorspinner wie seinen Freund Karl aus Arlberg. © dlv
... diesem Traktorspinner. Er sammelt nicht nur alte Traktoren, sondern alles, was mit Landwirtschaft zu tun hat. © dlv
Allerdings sind seine Traktoren nicht mehr so gut in Schuss. Da juckt es Kurt schon ein wenig in den Fingern... © dlv
Familie, Freunde und Nachbarn kamen, um ihn zu verabschieden. © dlv
Bei der Abfahrt eskortiert wurde Kurt von anderen Traktorspinnern wie dem Eicherflor... © dlv
... und zwei Fahrrad-Spinnern. © dlv
Endlich Zuhause!!! Nach gut 2 Monaten und insgesamt 6.000 Kilometern Fahrstrecke erreicht der Traktorspinner Kurt Tirol. © dlv
Auf der Heimfahrt wurde es ziemlich kalt auf dem alten Steyr-Traktor. Hier begrüßt ihn der schneebedeckte Arlberg - "ein schöner Konstrast zu Mallorca", berichtet Kurt © dlv
Kurz vor Schluss gab es dann doch noch eine Reifenpanne. Aber die Schweizer Mechaniker haben den feuerroten Steyr schnell wieder instand gesetzt. © dlv
Sogar am Ballermann sorgte der Spinner für Aufmerksamkeit. 6 verschiedene Gasthäuser haben ihn und seinen roten Steyr-Traktor eingeladen. Hier waren sie bei der Steirerin Hermine zu Gast. © dlv
Kleine Auszeit am Strand von Mallorca: "Ich bin froh, wenn ich wieder auf meinem Traktor sitze",schreibt Kurt dazu. © dlv
Die Route: Leutasch-Lindau-Nancy-Calais-Dover-Dorset-Jersey-Vantes-Bordeaux-Barcelona-Mallorca-Barcelona-Montpellier-Grenoble-Bregenz-Leutasch. (ca. 5.200 km) © dlv
Die Pyrenäen waren für den Traktorspinner ein weiteres Highlight. Hier sieht er die Gebirgskette der Pyrenäen zum ersten Mal. Danach ging es vier Tage lang auf und ab. © dlv
Schlafplatz unter einer Eisenbahnbrücke. © dlv
Dieses Ehepaar aus der Champagne wollte dem Traktorspinner sein Gespann abkaufen. "Er bot mir sehr viel Geld dafür." © dlv
Mit diesem Steyr- Traktor Baujahr '56 geht es seit 14. August 5.200 Kilometer quer durch Westeuropa. Als Schlafplatz dient ein bemalter Oldtimer-Wohnwagen Baujahr'79. © dlv
Passierende Landwirte hupen und winken ihm zu. Die LKW-Fahrer scheinen weniger freundlich: "Mehrmals versuchte mich ein LKW-Fahrer von der Straße zu drängen", berichtet der Traktorspinner Kurt. © dlv
Probleme gibt es immer wieder mit den Campingplätzen. Bei vielen findet der Traktorspinner keinen Einlass - angeblich wegen den Traktorspuren. Da bleibt oft nur das wilde Campen. © dlv
Trotz fehlender Französischkenntnissemacht Kurt auf seiner Reise immer wieder neue Bekanntschaften... © dlv
...wie hier in der Nähe von Chalons en Champagne. Der Oldtimer gehört... © dlv
Sogar das Regionalfernsehen "Seefeld-TV" kam zur Abreise des Traktorspinners. Trotz Knie-OP und Krücken wagt der Spinner sich auf die große Reise. © dlv
Seit 13 Jahren sammelt und restauriert der Tiroler Kurt Kluckner Oldtimer-Traktoren. © dlv
Der Steyr 185 A, Baujahr 1956, hat 55 PS, 3 Zylinder und wiegt ohne Kabine 2.800 Kilogramm. Maximal 25 Stundenkilometer bringt der Schlepper auf die Straße. © dlv
Der Forstwirt und gelernte Schlosser hat den Steyr 185 A eigenhändig renoviert. Die Fahrerkabine ist Marke Eigenbau. © dlv
Letzte Vorbereitungen: Der Traktorspinner montiert die Rückspiegel an die Kabine. © dlv
Startpunkt des Road-Trips war das Tiroler Dorf Leutasch nahe der deutschen Grenze. © dlv
Die erste Tagesetappe: Leutasch (A) - Lindau(D). © dlv
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