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Produktion und Förderung

Luzernesilage: Potential für Geflügel- und Schweinefütterung

© landpixel
von , am
03.02.2015

Der Einsatz einer Luzerne-Weißklee-Silage zeigt Potential in der ökologischen Geflügel- und Schweinefütterung. Eine Studie zeigt höhere Mastleistungen bei Hähnchen und Futtereinsparung bei Schweinen.

Von den kleinkörnigen Futterleguminosen haben Luzerne und Weißklee das höchste Potential hinsichtlich Protein- und Aminosäureausstattung. © landpixel
Für den Einsatz von Luzernesilage in der ökologischen Geflügelhaltung und in der Schweinemast gibt es Potential. Das geht aus einer Studie von Wissenschaftlern der Hochschule Weihenstephan in Freising hervor, die im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) durchgeführt wurde.
 
Die Wirtschaftlichkeit der Verfütterung von Luzernesilage hänge aus Sicht von Experten von den individuellen Voraussetzungen des Betriebes ab. So sei beispielsweise der Luzerneanbau für Mischbetriebe mit einem kompletten Maschinenpark für die Grünlandbewirtschaftung wesentlich kostengünstiger als für stark spezialisierte Schweinemäster, die nicht über die benötigten Maschinen verfügten. Für die Studie wurde die optimale Aufbereitungsform der Silage, die Qualität der Inhaltsstoffe und die Eignung als Futtermittel für Masthähnchen und Legehennen sowie für Mastschweine unter ökologischen Bedingungen geprüft.

Silagewerbung und -qualität

  • Die höchsten Gehalte für die besonders erwünschten Aminosäuren Methionin und Lysin hätten in Versuchen mit einer Silage aus Weißklee und Luzerne erzielt werden können, die in frühen Entwicklungsstadien geerntet worden seien.
  • Bei Beachtung der "speziellen Nutzung" kann für Luzerne ein Proteingehalt von nahezu 300 g mit 18 g Lysin und 5 g Methionin (jeweils pro kg TS) erreicht werden.
  • Das Ausgangsmaterial ist verlustarm zu konservieren, wenn die Grundsätze des Silierens konsequent angewendet werden.
  • Ein zusätzliches Extrudieren des Anwelkgutes verbessert den Siliererfolg nicht.

Hähnchen: Höhere Mastleistung und bessere Eierqualität

Bei den anschließenden Fütterungsversuchen nahmen die Masthähnchen die Luzernesilage sehr gut an.
  • Die verzehrten Mengen lägen in der Aufzucht bei 10 % bis 20 % Anteil an der täglich aufgenommenen Trockenmasse (TM), in der Mast bei 30 %. Zusätzlich hätten die Tiere eine Kraftfuttermischung erhalten, die an den Nährstoff- und Energiegehalt der Silage angepasst gewesen sei.
  • Die Tiere mit Luzernevorlage hätten gegenüber einer Vergleichsgruppe, die mit Alleinfuttermischungen gefüttert worden sei, höhere Mastleistungen und einen besserenSchlachtkörperwert gezeigt.
  • Darüber hinaus fördert ein attraktives Silageangebot das Tierwohl (Beschäftigung, Vermeidung von Federpicken) und die Tiergesundheit (Darm, Fußballen).
  • Auch Ökolegehennen nähmen unter Ökofütterungs- und -haltungsbedingungen größere Mengen an Silage auf; der Anteil habe bei 15% bis 20% der täglichen TM gelegen.
  • Die Legeleistung der Tiere und die Eigewichte seien in beiden Gruppen identisch gewesen.
  • Signifikante Unterschiede zeigten sich jedoch bei der Qualität der Eiinhaltsstoffe: Die Omega-3-Fettsäuren hätten in den Eiern der mit Silage gefütterten Hennen deutlich höher gelegen als in den Eiern der mit Kraftfutter versorgten Gruppe.

Schweine: Gleiche Leistung bei weniger Kraftfutter

Bei den Schweinen zeigten die Fütterungsversuche, dass die Tiere mit fortschreitender Mastdauer bis zum Endgewicht von 105 kg zunehmend größere Anteile an Luzernesilage aufgenommen hätten:
  • 20% in der Anfangsmast, 40% in der Mittelmast und 50% in der Endmast der täglichen TS-Aufnahme.
  • Über die gesamte Mastdauer habe etwa 100 kg Kraftfutter pro Tier eingespart werden können. 
  • In der Endmast lässt sich die Eiweißversorgung der Tiere vollständig über die Luzernesilage realisieren. 
  • Das zusätzliche Extrudieren der Luzerne zeigt in allen Fütterungsversuchen keine Vorteile für die tierische Leistung.
  • Die Mast- und Schlachtleistungen der mit Silage gefütterten Schweine hätten sich dabei nicht von den Werten der Vergleichsgruppe unterschieden. Allerdings lägen die täglichen Zunahmenmit etwa 600 g pro Tier in beiden Gruppen auf niedrigem Niveau. 
 
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