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Produktion und Förderung

LWK-Unternehmertag: Effizient kooperieren

von , am
19.11.2012

Oldenburg - Gemeinsam mehr erreichen durch Kooperationen in der Landwirtschaft: Das war das Thema des diesjährigen Unternehmertages der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

"Besser kooperieren, als den anderen Unternehmer mit Macht aus den Markt zu drängen", sagte Arendt Meyer zu Wehdel, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf dem diesjährigen Unternehmertag in Oldenburg. Wachsen oder weichen sei in den vergangenen Jahrzehnten in Niedersachsen stärker gelebt und gefördert worden als in anderen Bundesländern. In Zukunft ginge es jedoch angesichts der zunehmenden Wachstumsgrenzen immer stärker darum "Besser zu werden, um gut zu bleiben".
 
In seinem Grußwort zum 13. Unternehmertag der Landwirtschaftskammer Niedersachsen betont der Schirmherr der Veranstaltung, David McAllister, Niedersächsischer Ministerpräsident, dass schon jetzt viele Betriebe in Niedersachsen unter der Maxime "Gemeinsam mehr erreichen" sehr erfolgreich arbeiteten. Weitreichende Entscheidungen und Investitionsrisiken würden dadurch auf mehrere Schultern verteilt. Doch Kooperationen seien kein Selbstzweck. Sie sollten den besonderen Bedürfnissen der Beteiligten entsprechen und maßgeschneiderte Lösungen liefern. Für ein gemeinschaftliches Wirtschaften müssten alle Kooperationspartner umdenken und eigene Interessen zurücknehmen.

Menschliche Werte sind wichtig

"Wo sind deine guten Partner?", fragte Clemens gr. Macke, Unternehmensberater und MdL, die anwesenden 1.000 Unternehmer und Unternehmerinnen. "Kannst du dich in diesem Moment darauf verlassen, dass dein Partner, dein Futtermittelhändler, dein Viehhändler und andere gut für dich agieren?" Gr. Macke verwies auf die Vorteile betrieblicher Zusammenarbeit und beschrieb die typischen, immer wiederkehrenden Phasen eines Teams: Euphorie, Ernüchterung, Frustration. Er forderte Werte wie Respekt, Pünktlichkeit und Zusammenhalt ein. Voraussetzungen für ein vernetztes Wachsen sei die persönliche, die fachliche und die methodische Eignung des Betriebsleiters, ein Team zu führen. Der Betriebsleiter solle sich intensiv damit auseinander setzen, denn auch hier gälte: "80 Prozent des Erfolges ist Vorbereitung!"

Wachstumsmodell der Zukunft

Arndt von der Lage, Landwirt aus Friesoythe, mahnte, alle Risiken einer Kooperation in die Wachstumsüberlegungen mit einzubeziehen und empfahl: "Keine Kooperation mit dem Stammbetrieb vornehmen!" Wirtschaftlich solle jede Kooperation eigenständig sein. So sei im Falle eines Scheiterns eine Trennung von einem Gemeinschaftsunternehmen möglich. Außerdem müssten die Entscheidungsbefugnisse so geregelt sein, dass die Kooperation zu jedem Zeitpunkt handlungsfähig bleibe. Zusammenfassend seien seine Erfahrungen, die er in den letzten Jahren mit seinen Kooperationen gesammelt habe, sehr positiv zu bewerten. Sie hätten zu wirtschaftlich sehr leistungsfähigen Unternehmen geführt. Für von der Lage sei das vernetzte Wachsen das "Wachstumsmodell der Zukunft!"
 
Brigitte Barkhaus, Steuerberaterin der LBH-Steuerberatungsgesellschaft in Friedrichsdorf, empfahl aufgrund der Möglichkeiten der Haftungsbegrenzung, des Einbeziehens anderer Beteiligter und steuerlicher Vergünstigungen als Rechtsform für Kooperationen die GmbH & Co. KG bzw. die haftungsbeschränkte UG & Co. KG. Im Rahmen einer Tierhaltungskooperation im Sinne des § 51 a Bewertungsgesetzes sind diese jedoch nicht zulässig. Hier solle die KG gewählt werden.
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