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Produktion und Förderung

Maisernte im Golden State

von , am
29.10.2013

Erntezeit in Kalifornien. Wie der Reis wird auch der Mais im Golden State unter Wasser gesetzt. Damit sind die Erträge relativ sicher, solange genügend Wasser da ist.


Es gibt etwas weniger Mais in diesem Jahr wegen der Probleme mit dem Wasser. Fällt im Winter nicht genügend Schnee in der Sierra Nevada, wirkt sich das auf die Erträge in der Ebene aus. Amerika zeigt sich hier von seiner pragmatischen Seite. Solange es ökonomisch Sinn macht, wird geflutet. Ist kein Wasser mehr da, wird nach einer anderen Lösung gesucht.
 
Zwischen Los Angeles und Sacramento liegt Hanvord, der Stützpunkt des Lohnunternehmers Danell Custom Harvesting. Das Familienunternehmen häckselt in der Erntezeit für rund 120 Milchviehfarmer. Die 22 Claas Häcksler sind rund 55 Meilen um Hanvord herum im Einsatz. Zwar führt mittlerweile Sohn Justin das Geschäft mit, Firmengründer Mike Danell ist jedoch nach wie vor mit Herz und Hirn dabei. "95 Prozent unseres Geschäftes ist Weizen und Mais. Der erste Weizen wird in der Regel Mitte März gedroschen, richtig fängt es dann so gegen um den 10. April herum an. Die Ernte läuft dann bis zum 20. oder 30 Mai. Dann bauen wir um, so dass wir zwischen den 10. und 15. Juli mit der Maisernte starten. Die läuft dann bis Ende Oktober, einige Flächen werden dann noch bis Thanksgiving gehäckselt, das meiste ist aber Ende Oktober weg", erklärt Mike Danell den zeitlichen Ablauf der Erntekampagne.

Abrechnung per Tonne

Abgerechnet wird pro Tonne. Bei durchschnittlich 1.500 acres und fünf Monaten Erntezeit kommt dabei einiges zusammen. Begonnen hat das Unternehmen 1996 mit einem Umsatz von rund 60.000 Dollar, heute liegt er in guten Jahren bei 25 Millionen. Doch bei 50 Semi-Trailer Trucks fallen auch einige Kosten an. "Die größte Auswirkung für uns, ist die neue Abgasregulierung bei den Trucks. In den nächsten vier Jahren müssen wir unsere gesamte Flotte erneuern, was um die vier Millionen Dollar kosten wird. Geld, das wir aufgrund der Abgasnormen ausgeben müssen", sagt Danell.

Imposante Ernteflotte

Gehäckselt wird mit Claas Jaguars. Das deutsche Unternehmen hat sich mit seiner Erntetechnik einen guten Marktanteil im Westen der USA erworben. Rund 25 Prozent der Häcksler in Kalifornien sind Jaguars. Auf dem Betrieb der Danells sind es 100 Prozent.
 
Gefahren werden Trucks und Erntemaschinen in Kalifornien fast ausschließlich von Hispanics. "Zum Glück haben wir sie. Die Zusammenarbeit klappt gut. Manchmal gibt es kleinere Probleme wegen der Sprache, aber das ist nichts, was wir nicht beheben können", findet Mike Danell.
 
Isaia Ramirez ist seit dem Start der Ernte mit einem neuen Claas Jaguar unterwegs. Gehäckselt wird von sechs Uhr früh bis sieben Uhr abends. "Jetzt müssten grade neun Crews unterwegs sein. Jede Mannschaft hat drei Häckslerfahrer. Wenn der Mais einen langen Halm hat, sind mehr Trucks unterwegs, so um die zwanzig, 25. Wenn das Silo, wie hier, gleich in der Nähe ist, sind es vielleicht 15. 50 Trucks der Danels sind eigene Maschinen, 90 gemietet", fasst Ramirez die Ernteflotte zusammen.
 
Die Maisernte in Kalifornien ist wie der ganze Kontinent - eine Nummer größer. 
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