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Ausblick

Milchmarkt: Industrie vorsichtig optimistisch für 2017

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
22.03.2017

Die Milchindustrie blickt für die nächsten Monate verhalten optimistisch auf den Milchmarkt. Die Spreizung bei der Nachfrage bei Eiweiß und Fett dürfte noch anhalten.

Einen vorsichtig optimistischen Ausblick auf den diesjährigen Milchmarkt hat der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes (MIV), Peter Stahl, abgegeben. Beim 8. Berliner Milchforum betonte Stahl am vergangenen Freitag aber zugleich eine deutliche Aufsplittung des Milchmarktes. So beobachte man aktuell eine starke Nachfrage nach Milchfett und dementsprechend feste Preise in dieser Produktkategorie, während sich der Markt für Milcheiweiß deutlich schlechter entwickle. Dafür macht Stahl nicht zuletzt die hohen EU-Interventionsbestände verantwortlich.

Vor diesem Hintergrund rechnet er für dieses Jahr weiterhin mit einer Spreizung der Produktmärkte für Fett und Eiweiß. Eine valide Prognose für das weitere Jahr 2017 sei aber schwierig, so der MIV-Vorsitzende. Nach seiner Darstellung zeichnen sich aber für die nächsten Monate zumindest stabile Märkte für Butter ab, bei gleichzeitig zum Teil schwächeren internationalen Notierungen im Bereich Pulver.

"Wir sehen eine saisonal steigende Milcherzeugung auf der Nordhalbkugel. Der Erzeugung wird neben den bislang guten Entwicklungen im Exportgeschäft daher eine Schlüsselrolle für die Entwicklung des Gesamtmarktes zukommen", stellte Stahl fest.

Preise für Rohmilch seit Spätsommer 2016 ansteigend

Wie der MIV weiter berichtete, sind die Erzeugerpreise für Rohmilch seit dem Spätsommer 2016 in der Breite gestiegen und bewegen sich im März überwiegend zwischen 30 Cent und 35 Cent pro Kilogramm Rohmilch mit netto 4,0 Prozent Fett und 3,4 Prozent (%) Eiweiß. Damit bewegten sich die Milchpreise um mehr als 20 % über den Märzpreisen 2016, bilanzierte der Verband.

Laut Stahl ist den Molkereien aber durchaus bewusst, dass das erreichte Preisniveau die finanzielle Situation auf Seiten der Milcherzeuger zwar entlastet, aber bislang nicht ausreicht, um damit die letzte Tiefpreisphase auszugleichen und Rücklagen für volatile Märkte zu bilden.

Milchpreise gehen regional auseinander

Auffällig ist Stahl zufolge eine deutliche Spreizung der Milchpreise sowohl zwischen Nord und Süd als auch zwischen den einzelnen Molkereien einer Region. Dies beruhe nicht zuletzt auf der Produktionsausrichtung der einzelnen Unternehmen, erläuterte der MIV-Vorsitzende.

Lediglich bei Biomilch hat sich ihm zufolge das Preisniveau im vergangenen Jahr relativ stabil gehalten, obwohl die Anlieferung von Biomilch in Deutschland im Jahr 2016 stärker als in den Vorjahren gestiegen ist. Trotz dieser positiven Tendenzen darf laut Stahl nicht vergessen werden, dass in der „erfolgreichen Nische Bio“ 2016 nur 2,54 % der gesamten Milchanlieferung in Deutschland erzeugt wurden.

Alle deutschen Milcherzeuger hätten im Jahr 2016 zusammen 31,3 Mio. t Milch an die Molkereien im Bundesgebiet geliefert, was im Tagesdurchschnitt 0,8 % weniger gewesen sei als im Vorjahr. Der saisonale Anstieg der Milchanlieferung in Deutschland setze sich derzeit weiter fort und der Rückstand gegenüber dem Vorjahr habe sich zuletzt auf 2,8 % etwas verringert, bilanzierte der Verbandsvorsitzende.

Mit Material von Agra Europe

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