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Produktion und Förderung

Mineraldünger: Angebotsboom führt zu Preisrutsch

© Mühlhausen/landpixel
von , am
10.12.2013

Die Preise für Mineraldünger haben dieses Jahr an den internationalen Spotmärkten kräftig nachgegeben. Auch in Deutschland und Europa wurde Dünger deutlich günstiger.

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Nicht nur die Landwirte waren vom Ausmaß der Preiskorrektur überrascht. Auch die großen internationalen Hersteller hatten die Aufnahmefähigkeit der Märkte offenbar überschätzt. Kurz vor dem Jahreswechsel scheinen sich die Preise allmählich zu stabilisieren.
 
Bei Harnstoff haben die Preise mit der Herbstbestellung zuletzt wieder zugelegt. Auch die turnusmäßige Erhöhung der chinesischen Exportzölle hat den Markt stabilisiert. Wie es im nächsten Jahr mit den Preisen weiter geht, hängt jedoch von einer ganzen Reihe von Faktoren ab.

Angebot übersteigt Nachfrage

Verantwortlich für den Preisrückgang war bei allen Mineraldüngern in erster Linie die Entwicklung des Angebotes und der Produktion. Fast alle großen Hersteller haben in Erwartung einer dynamisch wachsenden Nachfrage in den letzten Jahren die Produktionskapazitäten kräftig ausgeweitet und zahlreiche neue Werke gebaut. Gleichzeitig sind in einer Reihe von Ländern die Energiekosten gefallen und haben die Produktion dort verbilligt und damit Wachstum weiter angekurbelt.
 
Anderseits sind die Nachfrage und damit auch der Verbrauch nicht so schnell gewachsen wie zunächst erwartet wurde. Im Ergebnis konnte die größeren Mengen nur über niedrigere Preise verkauft werden.
 
Bei vielen Herstellern haben die fallenden Preise im Jahresverlauf zu einer Drosslung der Produktion und auch zur (zeitweisen) Stilllegung von Anlagen geführt. Der deutliche Rückgang der Getreidepreise hat die Nachfrage aus der Landwirtschaft zusätzlich gedrosselt.

Markt wächst langsamer als erwartet

Diese veränderten Marktverhältnisse spiegeln sich mittlerweile auch in den Verbrauchs- und Produktionsprognosen der Industrie selbst wider. In ihrer letzten Prognose hat die Vereinigung der internationalen Mineraldüngerhersteller (IFA) den Verbrauch von Kali und P-Dünger im laufenden Jahr kleiner eingeschätzt als im letzten Jahr und nur noch den Verbrauch von Stickstoffdüngern sowie Harnstoff größer.
 
Mittelfristig führt diese Entwicklung jedoch zu einer Drosslung des Produktionswachstums vor allem bei den "teuren" Herstellern.
Viele weitere Informationen zum Düngermarkt finden Sie in unserem Marktkompass ...

Marktreport: Preis für Mineraldünger fällt deutlich

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