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Produktion und Förderung

Mineraldünger: Harnstoff wird wieder günstiger

© agrar-press
von , am
10.05.2012

An den internationalen Spotmärkten kommt der jüngste Preisauftrieb für Stickstoffdünger offenbar zum Stillstand. Kali und Phosphordünger sind etwas teurer.

Ein Kalibergwerk bei Suhl. Die Erschließung neuer Minen ist allerdings laut Doyle beim aktuellen Preisniveau nicht wirtschaftlich. © agrar-press
Nachdem die Harnstoffpreise von März bis April an den maßgeblichen Exporthäfen um 15 bis 20 Prozent (%) nach oben geschossen waren, beruhigt sich der Markt allmählich wieder. So gaben die Spotmarktpreise für Harnstoff (granuliert) an den ägyptischen Exporthäfen von 650 US-Dollar (USD) Mitte April bis auf 565 USD/t Anfang Mai nach.
 
Ähnlich war die Entwicklung im Mittleren Osten. Händler berichten zudem, dass Indien einen größeren Tender Harnstoff im Iran für 535 bis 555 (cfr) geordert hat. Die Ware vom Schwarzen Meer war den indischen Einkäufern offenbar zu teuer. Dort kostete der Harnstoff(fob-Exporthafen) zuletzt 520 bis 530 USD/t.
 
Spätestens im Juli dürfte das Angebot ohnehin deutlich zunehmen, denn dann senkt China turnusmäßig seine hohen Exportzölle und drängt auf den Weltmarkt. Beim Abschluss von Vorkontrakten für Harnstoff von Schwarzem Meer lagen die Preise für Juni rund 60 USD/t unter dem derzeitigem Niveau von 520 USD/t und bis Juli sogar 100 USD/t darunter.

AHL-Preise geben ebenfalls nach

Rückläufig waren Anfang Mai auch die Spotmarktpreise für flüssigen UAN/AHL-Dünger. Von Mitte April bis Anfang Mai sind die Preise an allen wichtigen Exporthäfen um 50 bis 60 USD/t auf etwa 300 USD/t gefallen. In Ägypten rutschten die Preise Anfang des Monats zeitweise sogar bis auf 270 USD/t ab.
 
Dennoch ist das Preisniveau noch immer deutlich höher als im Februar. Damals war UAN-Dünger in Ägypten noch für 240 USD/t zu haben. Europäische (französische) Einkäufer boten nach Informationen von Händlern Anfang Mai in Ägypten für UAN-Dünger 215 bis 218 Euro/t (fob), dass waren ungefähr 288 USD/t. An den US-Terminmärkten rechnet man bis Juni mit einem Rückgang der UAN-Preise um 55 USD/t und bis August sogar mit Preisabschlägen von über 100 USD/t.

Kali-Preise ziehen leicht an

Etwas anders entwickelt sich der Markt bei Kali. Hier haben sich die Preise in den letzten beiden Monaten kaum verändert oder sind sogar zurückgegangen, denn die Nachfrage war im Vergleich zum verfügbaren Angebot sehr schwach. Nach den Daten der Weltbank haben sich die Exportpreise für Kali-Dünger (KCL, fob-Vancover) von März bis April von 480 auf 468 USD/t leicht ermäßigt.
 
Anfang Mai signalisierten die Hersteller in Nordamerika und in Europa jedoch eine anziehende Nachfrage und wieder leicht steigende Preise. Allerdings dürften die Lagerbestände insbesondere in Nordamerika weiterhin groß sein und einen möglichen Preisanstieg begrenzen.

Phosphordünger etwas teurer

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Etwas fester entwickelt sich Anfang Mai der Markt für Phosphordünger. Allerdings waren die Preise im März und April noch relativ stabil, denn auch bei Phosphor hatten sich bei den nordamerikanischen Exporteuren erhebliche Lagerbestände gebildet. Die Weltbank ermittelte in ihrer monatlichen Erfassung (fob-US-Golf) für DAP-Dünger im März einen Preis von 502 USD/t und im April von 518 USD. Anfang Mai zogen die Preise jedoch auf 540 USD/t an und auch die Kontraktpreise für DAP-Dünger am US-Terminmarkt blieben für die nächsten Monaten bleiben mit 530 USD/t fast stabil.
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