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Produktion und Förderung

Mineraldünger: Hersteller reduzieren Absatzerwartungen

© krick/agrar-press
von , am
20.03.2012

An den internationalen Spotmärkten legten die Preise für einige Mineraldünger kräftig zu. Aufgrund fehlender Nachfrage hatten viele Hersteller zum Jahresanfang die Produktion gedrosselt.

Harnstoff-Dünger kostet unter 290-Euro-Marke. © Mühlhausen/landpixel
Auslöser des jüngsten Preisanstiegs an den Spotmärkten war die überaus deutliche Reduktion der Produktion nach der wegbrechenden Nachfrage im letzten Quartal 2011. Trotz einer erwarteten Flächenausweitung bei den wichtigsten Ackerbaukulturen und vergleichsweise hoher Getreide- und Ölsaatenpreise deckten sich Landwirte und Händler weltweit nur sehr zurückhaltend ein.
 
Der witterungsbedingt frühe Beginn der Feldarbeiten in den USA und das reduzierte Angebot, führte im Februar und März an den Spotmärkten zu kräftigen Preisaufschlägen. Andererseits meldet man aus den USA einen Rückgang der Harnstoffimporte im Januar 2012 gegenüber 2011 von 37 Prozent.
 
Die Einfuhr von UAN/AHL erreichte in die USA sogar nur 51 Prozent der Vorjahresmenge. Anfang März reduzierte auch der weltgrößte Stickstoffhersteller Yara, zumindest für das erste Quartal 2012, seine Erwartungen für den Absatz von Stickstoffdüngern in Europa.

Schwellenländer kaufen weniger

Weitaus deutlicher als Yara positionierten sich indessen die großen Hersteller aus Nordamerika. Ende Februar senkte der nordamerikanische Kali- und Phosphorproduzent Mosaic seine Absatzerwartung für Kalidünger deutlich. Mit seiner Prognose bleibt Mosaic nicht nur unter den bisherigen Absatzschätzungen für 2012 sondern auch unter den Absatzzahlen des Vorjahres. Besonders kräftig reduziert Mosaic die Absatzzahlen für die Wachstumsmärkte Indien, Südamerika und China.
 
Im Vergleich dazu, ist der ebenfalls erwartete Rückgang in Nordamerika und in Europa (einschließlich Russland und der Ukraine) noch relativ moderat. Insgesamt liegt die Absatzprognose von Mosaic bei Kalidünger rund fünf Prozent oder drei Millionen Tonnen unter der letzten Schätzung. Dabei reduzierte man die Prognose für Südamerika um zehn Prozent beziehungsweise knapp eine Million Tonnen und für Indien sogar um 20 Prozent.

Phosphorabsatz schrumpft kräftig

Aktuelle internationale Spotmarktpreise für Mineraldünger
Ähnlich deutlich wie Mosaic reagierten auch andere große Hersteller. So hatte der weltgrößte Kali-Produzent, die kanadische Potash Group, bereits Ende Februar über die zeitweise Stilllegung von zwei Werken bis Ende März berichtet. Trotz der Produktionskürzungen sind die Kali- und zuletzt auch die Bestände an Phosphordünger in Nordamerika weiter gewachsen.
 
Bei DAP, dem wichtigsten Phosphordünger, waren die Bestände Anfang März in den USA 35 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Parallel zu den Produzenten in Nordamerika senkte auch der größte europäische Hersteller, die russische PhosAgro, Anfang März die Absatz-Erwartungen. Für die ersten drei Monate reduzierte PhosAgro seine Verkaufsprognose um 22 Prozent und auch für das zweite Quartal lag die Absatzerwartung fünfzehn Prozent unter den Zahlen des Vorjahres.

Preise gehen wieder zurück

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Für das Jahr 2012 bestimmen insbesondere die schwächeren Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft die Absatz- und Preiseerwartung am Mineraldüngermarkt. Ende März haben die Preise für Harnstoff an den Spotmärkten offenbar ihre Spitze erreicht.
 
Aus dem Mittleren Osten sind bereits wieder rückläufige Forderungen für Harnstoff zu hören und am Schwarzen Meer haben sich die Preise bei etwa 400 US-Dollar pro Tonne (300 Euro) stabilisiert. Bis zum Mai zeigen auch die Kontraktpreise am Schwarzen Meer und vor allem in den USA bereits deutlich nach unten. Gleichzeitig kostet Stickstoff trotz der jüngsten Preiserholung weiterhin weniger als Harnstoff. Auch hier rechnet man für die nächsten Monate jedoch wieder mit rückläufigen Preisen.
 
Lediglich bei UAN/AHL kosteten die Kontraktpreise an Spotmärkten für den April mehr als für den März. Erst danach gehen die Preise auch bei AHL wieder zurück. Ähnlich ist die Einschätzung für DAP-Dünger. Hier geht der Markt derzeit ebenfalls von einem Anstieg bis April und danach von rückläufigen Preisen aus.
 


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