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Produktion und Förderung

Mineraldünger: Preiskorrektur geht weiter

© agrar-press
von , am
07.12.2011

An den internationalen Spotmärkten für Mineraldünger geht der Preisrutsch weiter. Nachdem es Mitte November nach einer moderaten Preiskorrektur aussah, sind die Preise zuletzt regelrecht eingebrochen.

Im Abwärtstrend: Harnstoffpreise
An der US-Terminbörse in Chicago verlor der dort gehandelte Kontrakt für granulierten Harnstoff (Januar) innerhalb von 14 Tagen fast 100 USD/t bzw. knapp 20 Prozent und fiel zeitweise unter die Marke von 400 USD/t. Gleichzeitig verbilligte sich der für den Apriltermin gehandelte Harnstoff um 15 Prozent auf zuletzt 400 USD/t. An den Schwarzmeerhäfen notierte man Harnstoff zuletzt nur noch bei 385 USD/t (Januar), nachdem die Kurse im September zeitweise über 500 USD/t geklettert waren.

Stickstoffpreise brechen um 15 Prozent ein

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Ähnlich wie bei Harnstoff verlief die Entwicklung bei den anderen Mineraldüngerarten. Die Stickstoffpreise am US-Spotmarkt (Tampa) brachen innerhalb von 14 Tagen von rund gut 700 USD/t um rund 15 Prozent auf zuletzt 610 USD/t (Februar) ein. Auch bei UAN- und DAP-Dünger rutschten die Preise kräftig nach unten. Nachdem UAN-Dünger Mitte November (fob Nola) noch für 340 USD/t gehandelt wurde, konnten Händler diesen Dünger jetzt für 290 bis 295 USD/t (Februar) einkaufen.
 
Ebenso deutlich fiel der Preisrückgang bei DAP-Dünger (fob Nola) aus. In den USA rutschten die Preise von 560 USD/t um rund 15 Prozent auf 485 USD/t. Bei anderen Mehrkomponentendüngern verlief die Entwicklung ähnlich. Bereits Mitte November handelten indische Importeure beim Einkauf von DAP und NPK-Dünger einen Preisabschlag aus. Allerdings fiel der Discount zu diesem Zeitpunkt mit 25 bis 50 USD/t noch relativ moderat aus.
 
Verkaufspreise für Landwirte auf hohem Niveau
 
Bei den Landwirten ist die Preiskorrektur an den internationalen Spotmärkten bislang noch nicht angekommen. Sowohl in den USA als auch in Westeuropa halten sich die Verkaufspreise für Mineraldünger auf hohem Niveau. Anderseits hat der Rückgang der internationalen Getreidepreise bereits zu einer spürbaren Kaufzurückhaltung seitens der landwirtschaftlichen Betriebe geführt. Darauf haben auch große Mineraldüngerhersteller in den letzten Wochen mehrfach hingewiesen. Auch die Landhändler regieren vor dem Hintergrund der Erfahrungen von 2008 auf die Preisentwicklung bei den Agrar- und Energiepreisen mit Vorsicht.
 
Zudem sind nicht nur die Getreidepreise sind in den letzten Monaten deutlich gefallen. In den USA haben sich auch die Preise für Erdgas, den wichtigsten Kostenfaktor bei der Mineraldüngerproduktion, um rund ein Viertel ermäßigt. Damit spricht auch auf der Kostenseite einiges für eine Preiskorrektur bei Mineraldünger.
 
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