Login
Produktion und Förderung

Mineraldünger: Preiskorrektur kommt nicht bei Landwirten an

© landpixel
von , am
14.12.2011

Seit Mitte November sind die Mineraldüngerpreise an den internationalen Spotmärkten um 15 bis 20 Prozent gefallen. Einen ähnlich kräftigen Preisrutsch hat es zuletzt im Sommer 2008 gegeben.

Die Düngung von Grünland steht an. © landpixel
Dennoch ist nicht erkennbar, ob die Spotmarktpreise bereits einen neuen Boden gefunden haben. Dabei ist die Preiskorrektur bislang nicht bei den Landwirten angekommen. Sowohl in Westeuropa als auch in Nordamerika halten sich die Abgabepreise für die Landwirte bisher auf hohem Niveau.
 
Offenbar sind Mineraldüngerhersteller und Händler von dem Ausmaß der jüngsten Preiskorrektur überrascht worden. So reagierten einige Unternehmen bislang weniger mit Preissenkungen als vielmehr mit einer Drosselung der Produktion. Dies dürfte angesichts der gefallenen Spotmarktpreise jedoch kaum der richtige Weg sein, den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und die Nachfrage anzukurbeln.

Wenig Absatz

Der Absatz bleibt jedenfalls nicht nur in Europa und den USA deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch bedeutende internationale Abnehmer, wie etwa Indien und Argentinien, haben zuletzt kleinere Mengen als erwartet eingekauft und dies vor allem zu niedrigeren Preisen.
 
Preisrutsch bei Harnstoff und Stickstoff
 
Mitte November verbilligte sich Harnstoff (Urea) am US-Terminmarkt um mehr als 20 Prozent auf rund 375 USD/t (282 Euro/t). An den Schwarzmeerhäfen kostet der für die Auslieferung im Januar gehandelte Harnstoff zuletzt etwa 365 bis 370 USD/t. Noch im September hatten die Preise dort über der Marke von 500 USD/t gelegen. Zu ähnlichen Preisen wie jetzt, konnten Händler den Harnstoff zuletzt im April dieses Jahres einkaufen.
 
Stickstoff (Ammonium) hatte an den US-Spotmärkten (fob Tampa) Mitte November noch zwischen 710 und 720 USD/t gekostet. Mittlerweile bewegen sich die Preise dort zwischen 610 und 620 USD/t (459 Euro/t). Am Schwarzen Meer sind die Stickstoffpreise seit Mitte November ebenfalls um rund 125 USD/t gefallen.
 
Abschläge für DAP und AHL von 15 Prozent
 
Rund 50 USD/t bzw. 15 Prozent preisewerter als vor vier Wochen können Händler in den USA derzeit Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (UAN/AHL) einkaufen. Mittlerweile liegen die US-Spotmarktpreise (fob Nola) für den Monat Januar bei 290 USD/t (218 Euro/t) und nicht mehr zwischen 340 und 350 USD/t wie vor vier Wochen. Diammoniumphosphat (DAP) kostet in den USA (fob Nola) zur Auslieferung im Januar zwischen 485 und 490 USD/t (368 Euro/t). Damit sind die Preise seit Ende November immerhin um 85 USD/t zurückgegangen und die Preiskorrektur erreicht auch bei DAP-Dünger eine Größenordnung von etwa 15 Prozent.
{BILD:150982:jpg} 
Auch interessant