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Produktion und Förderung

Mineraldüngerpreise ziehen wieder an

von , am
09.01.2012

Nach dem Jahreswechsel haben die Mineraldüngerpreise an den internationalen Spotmärkten kräftig zugelegt. Ursache war jedoch weniger eine deutliche und nachhaltige Belebung der Nachfrage als vielmehr der kräftige Anstieg der Getreidepreise, in Verbindung mit einer spürbare Verknappung des Mineraldüngerangebotes.

© agrar-press
So hatten die Weizenpreise am Terminmarkt in Paris innerhalb von drei Wochen um rund 15 Prozent (%) oder fast 30 Euro/t zugelegt. Gleichzeitig haben fast alle großen Mineraldüngerhersteller ihre Produktion kräftig gedrosselt und damit der schwachen Nachfrage angepasst.
 
Bei den meisten Düngerarten haben sich im letzten Quartal 2011 erhebliche Lagerbestände gebildet, die offensichtlich erst abgebaut werden sollen. Nun beginnen jedoch zumindest in der nördlichen Hemisphäre die Vorbereitungen für die Frühjahrsbestellung und die auch die weitere Versorgung der Wintersaaten rückt näher. Damit steht für viele Landwirte auch der Einkauf von Mineraldünger auf der Tagesordnung, zumal der Bedarf angesichts einer weltweiten Flächenausweitung bei Getreide- und Ölsaaten zumindest rechnerisch sogar größer ausfallen könnte als im letzten Jahr.
 
{BILD:535650:gif}Darauf setzten auch die Mineraldüngerhersteller und haben ihre Preise im neuen Jahr zum Teil wieder deutlich heraufgesetzt. Bei den Landwirten ist der vorangegangen Preisrutsch an den Spotmärkten (außer mit Einschränkungen bei Harnstoff) jedoch überhaupt noch nicht angekommen. Dabei hatten sich alle wichtigen Mineraldünger in den letzten sechs Wochen des alten Jahres zwischen 25 bis 35 % verbilligt.

Kräftiger Preisanstieg bei allen Düngerarten

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Am stärksten hatte Ende 2011 die Preise für Stickstoff und Harnstoff nachgeben. An den Spotmärkten betrug der Preisrückgang mehr als ein Drittel und an den Schwarzmeerhäfen kostete der Harnstoff teilweise nur noch 320 USD/t (244 Euro). Am US-Terminmarkt fielen die Harnstoffpreise bis Ende Dezember um 130 USD auf 360 USD/t (277 Euro). Zum Jahreswechsel legten die Terminmarktpreise in den USA jedoch wieder um fast 15 % bzw. 50 USD/t zu und stabilisierten sich zuletzt deutlich über der Marke von 400 USD/t. Auch am Schwarzen Meer kostete der Harnstoff Anfang Januar wieder 370 bis 375 USD/t. Ägyptische Hersteller verkauften Harnstoff zu diesem Zeitpunkt mit 410 bis 415 USD/t ebenfalls rund 35 USD teurer als zwei Wochen zuvor.
 
Ähnlich sieht die Entwicklung bei den anderen Mineraldüngern aus. Die Preise für UAN/AHL-Dünger legten am wichtigsten nordamerikanischen Spotmarkt (fob Nola) um acht Prozent bzw. 25 USD/t auf knapp 300 USD/t zu und die Preise für DAP-Dünger zur Auslieferung im März zogen am gleichen Handelsplatz um 80 USD/t bzw. knapp 20 % auf 510 USD/t an.
 
Deutscher Markt stabil
 
Auf den deutschen Markt waren die starken Korrekturen der internationalen Spotmarktpreise bislang fast nicht angekommen. Auch im neuen Jahr zeigt sich der Markt weitgehend stabil. Allerdings liegt das internationale Preisniveau auch nach dem jüngsten Preisanstieg noch immer recht deutlich unter den Höchstpreisen vom letzten Jahr. Zudem dürfte das Angebot trotz der weltweiten Produktionseinschränkungen weltweit relativ groß sein. Dies belegen die jüngsten Produktionsschätzungen solch bedeutender internationaler Hersteller wie der kanadischen Potash-Group oder des US-Phosphorherstellers Mosaic. Gleichwohl erwarten die meisten Hersteller in den USA und Europa im Januar einen kräftigen Nachfrageschub. So war aus dem Vereinigten Königreich zu hören, dass die Farmer dort gerade einmal die Hälfte ihres erwarteten Harnstoffbedarfs eingekauft haben.
 
Auch in Deutschland haben sich die Landwirte angesichts fallender Weltmarktpreise beim Einkauf zurückgehalten. Nun sind die Spotmarktpreise zwar wieder gestiegen, liegen jedoch noch immer unter dem Niveau des letzten Jahres und dürften somit durchaus Verhandlungsspielraum beim Düngereinkauf bieten.
 
Lesen Sie hier mehr darüber, wie sich die Weizenanbaufläche entwickelt.
 
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