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Produktion und Förderung

Molkereiwechsel: Bergbauern ziehts zu Zott

von , am
19.09.2011

Mertingen - Während sich Arla um die Übernahme der verschuldeten Allgäuland-Käsereien bemüht, hat die benachbarte Privatmolkerei Zott bereits Nägel mit Köpfen gemacht und Milch wechselwilliger Bergbauern aufgenommen.

Seit Juli 2014 sind dem Tierquäler mindestens acht Rinder zum Opfer gefallen. © Mühlhausen/landpixel
Wie eine Zott-Sprecherin vergangene Woche gegenüber dem Presse- und Informationsdienst AGRA-EUROPE bestätigte, verarbeitet das familiengeführte Traditionsunternehmen schon seit Januar 2011 täglich einen Tankzug Bergbauernmilch von 36 Allgäuer Milcherzeugern. Seit rund zwei Wochen werde auch die Milch von 128 Bergbauern erfasst, die ihre Milchverpichtungen gegenüber Allgäuland außerordentlich gekündigt hätten. "Zott hat eine Milchmenge von rund 40 Millionen kg unter Vertrag, die von Allgäuland zu unserer Molkerei im Zuge von ordentlichen Kündigungen bis zum Januar 2013 wechseln wird", erklärte die Sprecherin.
 
Zott biete den Bauern einen Milchkaufvertrag mit einer langfristigen Preisabsicherung, "welche nicht einseitig zu unseren Gunsten verändert werden kann". Darin liege der Hauptunterschied zum Angebot von Arla, wo "unseresWissens zwar eine Lieferverpflichtung für den Milcherzeuger bis 2015 vorgesehen, aber eine Preisgarantie für lediglich sechs Monate verankert" sei.

Zott verarbeitet in der Schweiz

Eine langfristige, sichere, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Allgäuer Landwirten stehe im Mittelpunkt des Interesses von Zott, so die Firmensprecherin. Die Notwendigkeit eines eigenen Werkstandortes im Oberallgäu wäre nur bei einem Wechsel der gesamten Genossenschaft erforderlich. Die derzeit vertraglich sichere Menge an Bergbauernmilch werde mit bestehenden Möglichkeiten verarbeitet. So werde "in einer grenznahen Schweizer Molkerei unser schmackhafter Allgäutaler kräftig-würzig aus der Bergbauernmilch gekäst", erklärte die Sprecherin. Neben Zott sollen sich dem Vernehmen nach im Übrigen auch andere Molkereien aus dem süddeutschen Raum nach Milch von Allgäuland-Lieferanten umgeschaut haben.
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