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Produktion und Förderung

MV: Pachtflächen der BVVG am teuersten

von , am
24.02.2015

In Mecklenburg-Vorpommern sind die Pachtpreise für Bestands- und Neupachten weiter gestiegen. Am stärksten erhöht haben sich die Pachtentgelte der BVVG. 319 Euro kostete der Hektar im Jahr 2013 im Schnitt.

Der Preis für den Boden steigt immer weiter. In Mecklenburg-Vorpommerm sind die Pachtflächen der BVVG am teuersten. © Mühlhausen/landpixel
In unserer fortlaufenden Bodenmarktserie sind heute die Pachtpreise in Mecklenburg-Vorpommern an der Reihe. Die Besonderheit an diesem Bundesland ist der Einfluss der  Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG)  auf den Boden- und Pachtmarkt. Denn die landwirtschaftlichen Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern haben in Ostdeutschland den niedrigsten Pachtflächenanteil und den höchsten Anteil an eigener landwirtschaftlich genutzter Fläche. Hauptursache sind laut Bodenmarkt 7 die von Jahr zu Jahr hohen Anteile der BVVG-Verkäufe.

BVVG Pachtflächen sind besonders teuer geworden

Die durchschnittlichen Pachtpreise für landwirtschaftlich genutzte Fläche im Jahr 2013 werden für Mecklenburg-Vorpommern vom Statistischen Amt mit 202 Euro je Hektar (€/ha) ausgewiesen und für Ackerland mit 232 €/ha. In den neuen Ländern waren das nach Sachsen-Anhalt die zweit höchsten Werte. Die Steigerung beträgt in den Jahren von 2010 bis 2013 51 Euro für landwirtschaftlich genutzte Fläche und 64 Euro für Ackerland. Noch wesentlich stärker erhöht haben sich die Pachtentgelte der BVVG. Sie stiegen von 2010 zu 2013 für LF von 201 € auf 319 €/ha. Der Anteil der BVVG-Pachtflächen am Pachtland insgesamt lag Anfang 2014 bei knapp 8,7 Prozent.

251 Euro je Hektar für Neupachten

Für BVVG-Neupachten stiegen die Entgelte ebenfalls erheblich von 252 auf 349 €/ha. Der Anteil der Neupacht in Mecklenburg-Vorpommern liegt mit 8,5 Prozent an den Pachtflächen insgesamt etwa im Schnitt der neuen Länder. Das durchschnittliche Pachtentgelt für landwirtschaftlich genutzte Fläche bei Neupachten erreichte 2013 einen bisherigen Höchstwert von 251 €/ha. Gegenüber 2010 war ein Anstieg 71 €/ha zu verzeichnen. Für Ackerland wurde eine Erhöhung der Neupacht gegenüber 2010 von  81 €/ha auf 277 €/ha ausgewiesen.

Ausblick: Preise steigen weiter

Für die nächsten Jahre ist, wie in den anderen neuen Ländern auch, weder bei den Kaufwerten noch bei den Pachtpreisen mit einer nachhaltigen Entspannung zu rechnen, zumal das Boden- und Pachtpreisniveau in Mecklenburg-Vorpommern trotz der Steigerungsraten seit 2007 im bundesweiten Vergleich im Schnitt noch deutlich unter dem in Agrarländern im früheren Bundesgebiet, etwa in den Nachbarländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen, liegt. Die Entwicklung der BVVG-Preise trägt dazu wesentlich bei, wobei der Anteil der BVVG an den Agrarlandverkäufen in den nächsten Jahren weiter abnimmt bzw. ausläuft. Anfang 2014 waren von der BVVG in Mecklenburg-Vorpommern noch rund 74.000 ha Pachtland zu privatisieren.

Anfang März erfahren Sie in unserer Bodenmarktserie, wie sich die Preise in Brandenburg entwickelt haben ...
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